Eine Million Minuten Deutschland 2023 – 126min.

Filmkritik

Hipster-Eltern üben den Ausstieg

Irene Genhart
Filmkritik: Irene Genhart

Als man bei der fünfjährigen Nina eine Entwicklungsstörung diagnostiziert, raten die Ärzte den Eltern, viel Zeit mit ihr zu verbringen. Der Biodiversitätsforscher Wolf und die Bauingenieurin Vera wollen daher ihr Leben umkrempeln. Das erweist sich allerdings als schwieriger als gedacht und Nina gerät dabei etwas in Vergessenheit.

Wolf ist als Biodiversitätsforscher viel unterwegs, seine Frau Vera versucht in Berlin Kinder, Haushalt und ihren Job unter einen Hut zu bringen. Als die Ärzte bei ihrer fünfjährigen Tochter eine Entwicklungsverzögerung diagnostizieren, schlägt Wolf vor, als Familie zwei Jahre lang um die Welt zu reisen und von unterwegs zu arbeiten. Gedacht getan. Doch Wolf hat am Strand in Thailand nicht weniger Stress als früher. Es braucht einige Auseinandersetzungen, viel Geduld von Vera und die Weiterreise nach Island, bis Wolf umdenken kann.

«Eine Million Minuten» ist das Regiedebüt von Christopher Doll und eine weitgehend angenehme Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Wolf Küper. Der Film greift eine Handvoll gesellschaftsrelevanter Themen auf, wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, eine partnerschaftlich ausgewogene Kinderbetreuung sowie die Möglichkeiten und Grenzen von Remote-Arbeit. Gestreift werden zudem aktuelle Themen wie Nachhaltigkeit und Klimaerwärmung.

Die Rollen von Vera und Wolf sind mit Karoline Herfurth und Tom Schilling sympathisch besetzt. Anders als das Buch führt der Film von Thailand nicht nach Australien und Neuseeland, sondern nach Island, was sensationelle Landschaftsaufnahmen mit sich bringt.

Etwas auf der Strecke bleibt allerdings im Film der Grund zur Veränderung: Ninas Entwicklung. Die Fünfjährige wird von Pola Friedrichs überzeugend gespielt. Ihre Geschichte bleibt als Nebenstrang der Story der Eltern leider nur erahnbar. Etwas konkreter hätte man sich diese schon gewünscht.

29.01.2024

3.5

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Kommentare

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Filmenthusiast

vor einem Tag

Regt an wieder mal ein Jahr auf Reisen zu gehen


Patrick

vor 11 Tagen

Ein Feelgood Movie für die Ganze Familie das daherkommt als wäre er von der Sonntag Abend ZDF Herz Kino Reihe entsprungen. Der Soundtrack des Filmes ist schön und passt zum Film sprich zur Landschaft des Filmes,die wiederum wie eine Werbung zu einem Reiseunternehmen daherkommt. Der Darsteller~Cast ist sympathisch und spielt Gut. In einer Nebenrolle ist der ehemalige Isländische Fussball Star Rúrik Gîslason zu sehen,das Movie wurde übrigens vom Ehemann von Karoline Herfurth gedreht.Mehr anzeigen


kinoLex

vor 11 Tagen

Toller Film, wie man es sich von Karoline Herfurth gewöhnt ist. Berührend (z.T. traurig). Regt einem
zum Nachdenken an. Zwischendurch zum Schmunzeln. Absolut sehenswert.


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