Ein Weihnachtsfest für Teddy Norwegen 2022 – 78min.

Filmkritik

Füreinander bestimmt

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Nach dem 2020 veröffentlichten Feiertagsmärchen «Elise und das vergessene Weihnachtsfest» erreicht ein weiterer Familienfilm die hiesigen Leinwände, der aus dem Erzähluniversum des norwegischen Schriftstellers Alf Prøysen stammt. «Ein Weihnachtsfest für Teddy» ist allerdings weniger charmant und berührend.

Am Tag vor Heiligabend soll die achtjährige Mariann (Marte Klerck-Nilssen) etwas auf dem Weihnachtsmarkt erledigen und wird an einer Glücksradbude auf einen offenbar lebendigen Teddybären aufmerksam. Da der anspruchsvolle Plüschkerl nicht zu einem kleinen Mädchen möchte, manipuliert er das Spiel. Kurz darauf landet er bei einem Mann mit Geld – und findet sich plötzlich in einem dunklen Schuppen wieder. Auf der Suche nach dem Kuscheltier bringt sich Mariann unterdessen in Schwierigkeiten.

Das skandinavische Setting ist märchenhaft überhöht, hat durchaus etwas Kitschiges an sich, strahlt aber eine gewisse Wärme aus. Vom zauberhaften Charme, den die Geschichte von «Elise und das vergessene Weihnachtsfest» versprüht, ist die Handlung dieses Mal indes ein gutes Stück entfernt. Der Wert von Freundschaft wird beschworen, die Kraft der Fantasie angepriesen. Das alles geschieht jedoch zu oberflächlich, um wirklich ans Herz zu gehen.

Was erschwerend hinzukommt: Mariann bleibt als menschliche Protagonistin ein wenig farblos. Die familiären Konflikte verfliegen stets in Windeseile. Und völlig aus dem Rahmen fallen die Tanz- und Gesangseinlagen des Igelmädchens Bolla, das der Teddybär in seiner finsteren neuen Behausung kennenlernt. Zumindest leicht irritierend ist auch das mitunter etwas übergriffige Verhalten des aufgekratzten, wie ein Wasserfall redenden Stacheltiers aus Plüsch.

14.11.2022

2.5

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