Smile USA 2022 – 116min.

Filmkritik

Bitte nicht lächeln!

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Ein Lächeln kann den Tag versüssen – oder bringt den Tod. Letzteres ist zumindest in Parker Finns Langfilmdebüt «Smile» der Fall, das von einem Selbstmordfluch erzählt. Trotz inhaltlicher Ambitionen und formaler Kniffe kommt dabei nur ein durchwachsener Horrorthriller herum.

Dr. Rose Cotter (Sosie Bacon) arbeitet in der psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses und muss dort mitansehen, wie sich eine angeblich von einer bösen Macht verfolgte Patientin vor ihren Augen umbringt. Nach diesem schrecklichen Ereignis gerät auch das Leben der durch ein Kindheitstrauma gezeichneten Therapeutin aus den Fugen. Die lächelnde Bedrohung, von der die Tote sprach, scheint es nun auf Rose abgesehen zu haben, die bei ihren verzweifelten Nachforschungen ein Muster entdeckt.

Regisseur und Drehbuchautor Parker Finn entwarf sein Erstlingswerk nach der Vorlage seines eigenen Kurzfilms «Laura Hasn’t Slept» aus dem Jahr 2020 und bemüht sich von Anfang an, eine unheilvolle Stimmung zu erzeugen. Auf dem Kopf stehende Bilder, geisterhafte Kamerafahrten, ein ominöser Score und markante Soundeffekte laden zum Teil selbst harmlose Szenen mit Gefahr auf. Im weiteren Verlauf werden manche dieser Mittel allerdings überstrapaziert und verlieren dadurch an Verstörungskraft.

Offensichtlich möchte der Gruselstreifen etwas Gewichtiges über traumatische Erfahrungen und ihre Nachwirkungen sagen. Am Ende bringt «Smile» aber nicht viel mehr als halbgare Überlegungen zustande und entwickelt sich zu einer immer beliebiger werdenden, auf explizite Schocks setzenden Schreckparade. Für einen bitteren Beigeschmack sorgen auch der stellenweise klischeehafte Umgang mit psychischen Erkrankungen und die Entscheidung, Selbstmorde als reisserische Erzählbausteine zu benutzen.

28.09.2022

2.5

Dein Film-Rating

Kommentare

Sie müssen sich zuerst einloggen um Kommentare zu verfassen.

Login & Registrierung

dulik

vor 14 Tagen

Horrorfilme gibt es wie Sand am Meer und nur wenige stechen dabei heraus. "Smile" gehört zweifelsohne dazu.
Die Geschichte spielt sehr stark mit der Psyche und lässt einem so mit der stark spielenden Hauptdarstellerin mitfühlen. Die Jump-Scares sind clever inszeniert und werden nebst dem Erschrecken beispielsweise auch für Szenenwechsel verwendet.
Wer einen Horrorstreifen mit Mehrwert sucht, trifft hiermit eine gute Wahl.
7.5/10Mehr anzeigen


Kiffer333

vor 16 Tagen

Er ist der bester Horror Film der Welt


walter-Oliver

vor einem Monat

Nein, war ein Flop. Langweilig und lästiger Sound


Mehr Filmkritiken

Violent Night

The Menu