Brave Mädchen tun das nicht USA 2020 – 94min.

Filmkritik

Auf der Suche nach der sexuellen Lockerheit

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Sex ist in den USA noch immer der grosse Aufreger. Entsprechend überrascht es nicht, dass ein Studio sich für diesen Stoff interessierte, denn die Geschichte einer verklemmten Frau, die die Welt der Erotik in all ihren Facetten erkundet, klingt nach dem Material, mit dem man Kassen klingeln lassen kann. Das Problem dabei: Eine zu hohe Altersfreigabe minimiert dieses Kassenklingeln, weswegen man sich entschied, den Film schön züchtig und harmlos zu gestalten. Es ist im Grunde die Quadratur des Kreises, die man hier versucht hat.

Lucys Leben verläuft in geordneten Bahnen. To-Do-Listen und Klebezettel sorgen dafür. Doch dann erwischt sie ihren Freund dabei, dass er sich Pornos ansieht. Sie stellt ihn vor die Wahl: entweder sie oder die Pornos. Er entscheidet sich für die Pornos, weil die Schäferstündchen mit ihr auch alles andere als berauschend sind. Denn Lucy ist verklemmt. Als er ihr das vorwirft, will sie das nicht auf sich sitzen lassen und beginnt mit einer Sex-To-Do-Liste, bei deren Abarbeitung sie aber die Hilfe ihrer Freunde benötigt. Denn Stripclubs, Pornomessen und Sexshops sind so gar nicht Lucys Welt.

Wenn ein Film, der sich um Sex dreht, schön brav daherkommt, dann muss er zumindest als Komödie mit romantischem Einschlag funktionieren. In den ersten Minuten ist das auch der Fall. Da ist der Film ausgesprochen spritzig und höchst amüsant, dann flacht das Ganze aber etwas ab. Man flüchtet sich in eine episodische Struktur und lässt die Hauptfigur ein ums andere Mal an ihre Grenzen kommen.

Wenn die Hauptfigur aber an einem Sex-Seminar teilnimmt oder sich Sex-Tarot-Karten legen lässt, dann ist das häufig nur bedingt witzig. Dem Drehbuch fehlt oftmals einfach der ganz grosse Humor. Aber es gibt auch Situationen, in denen es durchaus witzig ist zu sehen, wie die Prüderie der Hauptfigur auf ein lockeres Sexleben trifft. Der Kontrast sorgt für Witz. Nur leider ist das eben nicht durchgängig der Fall.

Problematisch für eine Romcom ist auch, dass zwischen Lucy Hale und Leonidas Gulaptis keinerlei Chemie besteht. Hier hat man ein Pärchen, dem man das gegenseitige Interesse einfach nicht abnimmt. Dass der Film dennoch einigermassen unterhält, liegt einzig und allein an Lucy Hale, die die Sex-Feindlichkeit ihrer Figur erstaunlich süss rüberbringt. Brave Mädchen tun das nicht ist alles andere als der grosse Wurf, aber unterm Strich und aller Probleme zum Trotz hübsche Unterhaltung.

23.09.2020

3

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Kommentare

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Julia

vor 18 Tagen

Überraschend süss und unterhaltsam. Erwarte nicht, dass du hier niveovolle Erotik siehst. Im Gegenteil.


Patrick

vor einem Monat

Nette Sex Komödie bei der sicherlich ein paar Gags belanglos sind und auch auf der Färkel~Humor Schiene fahren.Aber nichts des to trotz kan die Komödie dank dem sympathischem Darsteller~Cast überzeugen.Am besten fand ich die Szene mit den Liebeskugeln.

Zuletzt geändert vor einem Monat


rosenthaler

vor einem Monat

pff


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