Johnny English - Man lebt nur dreimal Grossbritannien 2018 – 88min.

Johnny English - Man lebt nur dreimal

Filmkritik

Die Tücken der Digitalisierung

Irina Blum
Filmkritik: Irina Blum

Digitalisierung, Virtual Reality, Big Data: Der dritte Teil der Johnny English-Reihe hat sich zumindest mit seiner Thematik bemüht, aktuell zu sein. Auch zynische Brexit-Verweise und der Rowan-Atkinson-Bonus verhindern aber nicht, dass der Film leicht verstaubt und vorhersehbar daherkommt.

Ein Hackerangriff legt alle Identitäten der aktiven Undercover-Agenten des Britischen Geheimdienstes offen. Bis auf eine: Die von Johnny English (Rowan Atkinson), der sich mit der Digitalisierung nie so richtig anfreunden konnte. Der Premierministerin (Emma Thompson) bleibt deshalb nichts Anderes übrig, als den pensionierten, schusseligen Agenten auf den Fall anzusetzen. Mit seinem Assistenten Bough (Ben Miller) macht sich English deshalb nach Südfrankreich auf, um den Hacker dingfest zu machen. Schon bald findet sich auch die erste Verdächtige: Eine schöne Unbekannte namens Ophelia (Olga Kurylenko, Bond-Girl in A Quantum of Solace) ist immer genau dort, wo die digitalen Spuren von weiteren Angriffen das analoge Duo hinführen. Gut, ist Tech-Milliardär Jason (Jake Lacy) zur Stelle, der das britische Daten-Fiasko gerade noch abwenden kann.

Rund 7 Jahre nach dem zweiten Teil und 15 Jahre nach dem Original hat man die Figur Johnny English also zum zweiten Mal aus der Versenkung beziehungsweise aus der verdienten Rente geholt: Dieses Mal pausiert der tollpatschige aber nicht minder liebenswerte Ex-Agent seinen Job als Lehrer, um sich mit der Digitalisierung herumzuschlagen. Die ist aber genau der Grund, wieso Englishs Identität während des Hackerangriffs nicht enttarnt wurde: Der Agent setzt bei seinen Missionen auf den Wert «old school». Er fährt einen Oldtimer-Aston Martin ohne technischen Schnickschnack, lässt sich neue Erkenntnisse ins Hotel faxen, und ein Smartphone kommt ihm auf keinen Fall in die Tüte.

Eine Steilvorlage natürlich für Regisseur David Kerr und Drehbuchautor William Davies, die auch viele Witze auf diesem Thema aufbauen: Wenn English zum Beispiel anhand von Virtual Reality das Anwesen eines Verdächtigen auskundschaften soll. Rowan Atkinson macht seine Sache – auch wenn viele Gags sehr einfach gestrickt sind – gewohnt charmant: Es gibt wohl kaum einen Schauspieler, der so viel Komik bloss mit Mimik und Gestik entstehen lassen kann. Auch Emma Thompson ist als giftige, überzeichnete Premierministerin für einige Lacher gut.

Doch auch die ironischen Brexit-Verweise sowie der Rowan-Atkinson-Bonus können nicht überdecken, dass die Geschichte an und für sich ziemlich verstaubt und vorhersehbar daherkommt, und die verschiedenen – wenn auch interessanten – Schauplätze nicht wirklich als Ganzes fungieren. Insbesondere die zweite Hälfte fällt spannungs- und humortechnisch deutlich ab, auch weil die zwei äusserst flach gestalteten Gegenspieler über keinerlei Glaubwürdigkeit verfügen und damit jegliche Spannung, die sich vielleicht hätte aufbauen können, zunichtemachen. Dem Erfolg des Films wird das aber sicherlich keinen Abbruch tun – auch wenn Johnny English mit Sicherheit kein Mr. Bean ist.

17.10.2018

2.5

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Kommentare

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Barbarum

vor 2 Monaten

Vieles, vor allem auch der Oberschurke, ist einfach nur lächerlich, trotzdem musste ich zwei, dreimal auch ordentlich lachen. Insofern wurde die Mission von der Komödie erfüllt.


flashgordon99

vor 3 Monaten

Ich kannte die anderen Filme von Mr. Bean resp von Rowan Atkinson nicht. Zwischendurch schaute ich mir mal den bekannten Mr. Bean als Serie an, war jedoch schnell einmal gelangweilt von den zwei oder drei Gesichtsmimiken des Engländers. Alles igendwie vorhersehbar. Die Witze sind dann auch eher unspektakulär. Lustig definiere ich anderweitig, jedoch ist es natürlich Geschmackssache. Alles in allem für mich persönlich sehr enttäuschend. Einmal lachen während des gesamten Films reicht dann doch nicht für eine weitere Bewertung.Mehr anzeigen


caledoscope

vor 3 Monaten

War lustig , wie immer


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