Kritik21. März 2018

«Pacific Rim: Uprising» – John Boyega ist Lichtblick dieses Monstergemetzels

«Pacific Rim: Uprising» – John Boyega ist Lichtblick dieses Monstergemetzels
© Universal Pictures Switzerland

Oscar-Gewinner Guillermo del Toro übergibt die Zügel seiner Roboter vs. Monster-Reihe einem jüngeren Regisseur, welcher der Fortsetzung «Pacific Rim: Uprising» neues Leben einhaucht.

Kritik von Gaby Tscharner

Jake Pentecost war einst ein vielversprechender Jaegerpilot. Doch als sein Vater Stacker (Idris Elba) im Kampf gegen die Monster „Kaiju“ ums Leben kam und damit die Welt rettete, sackt Jake immer weiter in eine post-apokalyptische, kriminelle Unterwelt ab. Als die Erde aber einmal mehr bedroht wird, versucht Jake dem Ruf seines Vaters gerecht zu werden und kämpft an der Seite seines alten Rivalen Lambert (Scott Eastwood), der 15-jährigen Plünderin Amara (Cailee Spaeny) und seiner Schwester Mako Mori (Rinko Kikuchi), die das Jaegerpiloten-Programm mit einer neuen Generation von Piloten weiterführt.

Eine neue Generation von Jaegern ist bereit für das Monster-Gemetzel.
Eine neue Generation von Jaegern ist bereit für das Monster-Gemetzel. © Universal Pictures Switzerland

Wer ein Kinobillet für einen «Pacific Rim»-Film kauft, weiss, worauf er oder sie sich einlässt. Das ist nicht Shakespeare, hier kämpfen Riesenroboter gegen Riesenmonster. Guillermo del Toro hat dem ersten Film oft unerwartete Tiefe und Sentimentalität eingehaucht, die wir in der Fortsetzung, unter der Regie von Steven S. DeKnight (TV-Serien «Daredevil», «Spartacus») vergeblich suchen. Viele der Figuren sind unterentwickelt, die Geschichte macht an mehreren Stellen keinen Sinn, aber ein Twist zum Schluss ist eine freudige Überraschung.

Wer hartnäckig sucht, findet vielleicht Anspielungen auf unsere immer stärker automatisierte Welt: Tian Jing alias Liwen Shao hat eine genaue Vorstellung von der Zukunft.
Wer hartnäckig sucht, findet vielleicht Anspielungen auf unsere immer stärker automatisierte Welt: Tian Jing alias Liwen Shao hat eine genaue Vorstellung von der Zukunft. © Universal Pictures Switzerland

«Star Wars»-Star John Boyega ist der Lichtblick dieses Monstergemetzels. Sein Charisma macht aus einer Figur, die aus einer Anhäufung von Klischees besteht, einen ambivalenten Helden. „Ich bin nicht mein Vater“, beteuert Jake zwar mehrfach trotzig, aber niemand will es ihm glauben – und bald wird klar, dass das Schicksal der Welt auf seinen heldenhaften Schultern lastet. Daran kann auch Scott Eastwood nichts ändern, dessen hölzerne Schauspielkunst vielleicht dazu führte, dass im Film immer wieder das gute Aussehen von Clints Söhnchen angesprochen wird.

Der Showdown am Fusse des Fujiyama liefert eine aussergewöhnliche Umgebung, wo sich Schnee und Eis mit Metall und Monstereingeweiden mischen.– Cineman-Kritikerin Gaby Tscharner

Wer hartnäckig sucht, findet in «Pacific Rim: Uprising» vielleicht Anspielungen auf unsere immer stärker automatisierte Welt, aber dies ist nicht der Film, der tiefgründige Gedanken provozieren will. Fast gleichzeitig bombardiert er alle unsere Sinne mit schneller und lauter Roboter-Action, und der Showdown am Fusse des Fujiyama liefert eine aussergewöhnliche Umgebung, wo sich Schnee und Eis mit Metall und Monstereingeweiden mischen.

3 von 5 ★


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