Kritik21. Mai 2021

Netflix-Kritik «Army of the Dead»: Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas

Netflix-Kritik «Army of the Dead»: Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas
© Netflix

Wie schon von Zack Snyder bekannt, kriegen wir nur selten einen Film unter zwei Stunden zu sehen. Entsprechend ist sein neuestes Werk «Army of the Dead» auch ein zweieinhalbstündiges Epos, das nicht nur den Zombie-Film mit dem Heist-Movie vermählt, sondern auch noch Genre-Grenzen erweitert.

Filmkritik von Peter Osteried

Las Vegas wurde von Zombies überrannt, die Wüste um die Stadt herum hat eine weitere Ausbreitung jedoch verhindert. Nach Jahren entscheidet sich die Regierung, Las Vegas mit einer Atombombe dem Erdboden gleichzumachen. In vier Tagen wird das passieren. Vier Tage, die einem Söldnertrupp bleiben, um eine Mission in Las Vegas abzuschliessen. Sie sollen aus einem der Casinos die Bargeldbestände von 200 Millionen Dollar holen. Aber in einer zombieverseuchten Stadt ist das leichter gesagt als getan.

Er baut hier eine enorme Welt auf, bei der er vieles nur streift, so den Umstand, dass die Zombie-Plage als Vorlage genutzt wird, um Bürgerrechte auszuhebeln.– Cineman-Filmkritiker Peter Osteried

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Schon der Anfang ist enorm stylisch. Neonpinke Stabsangaben, während man miterlebt, wie die Menschen in Las Vegas von Zombies angefallen werden und einige der Hauptfiguren sich aus der Stadt herauskämpfen. Das ist nur der Auftakt, nur zum Warmwerden, denn was Zack Snyder dann abfackelt, ist ein echtes Feuerwerk. Er baut hier eine enorme Welt auf, bei der er vieles nur streift, so den Umstand, dass die Zombie-Plage als Vorlage genutzt wird, um Bürgerrechte auszuhebeln. Doch das ist Material für die kommende Anime Serie «Army of the Dead: Lost Vegas». Im Film geht es um eine kleinere Geschichte, die aber grösstmöglich aufgezogen wird.

Er erfindet die Horrorgestalt neu, wenn er zwei Formen von Zombies präsentiert.– Cineman-Filmkritiker Peter Osteried

Denn Snyder möchte nicht nur typische Zombie-Kost bieten. Er erfindet die Horrorgestalt neu, wenn er zwei Formen von Zombies präsentiert. Auf der einen Seite die altbekannten, dummen Kreaturen, auf der anderen schnelle, deutlich intelligentere Untote. Die hat Snyder mit Tänzern besetzt, so dass die Bewegungen der Superzombies ausgesprochen geschmeidig sind.

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«Army of the Dead» ist bis zum Bersten gefüllt mit allem, was Spass macht. Coole Helden, kernige Action, schwarzer Humor, die tolle Optik einer verlorenen Stadt und ein Heer der Zombies, das die Grenzen dessen auslotet, was mit dem Subgenre möglich ist. Der Film bietet praktisch jedem etwas, und überrascht dabei auch immer wieder. Dass Matthias Schweighöfer zu den Stärken des Films zählt, hätte man nicht unbedingt erwartet, sein Safeknacker Dieter ist jedoch ein echtes Highlight (so sehr, dass ein eigenes Prequel von und mit Schweighöfer produziert wird). Dave Bautista trägt den Film, die Besetzung ist aber durch die Bank exzellent.

Snyders Gespür für grosse Bilder zeigt sich hier auch wieder. «Army of the Dead» sieht einfach grossartig aus. Dies ist ohne Übertreibung der grösste Zombie-Film aller Zeiten. Vielleicht nicht der beste, wohl aber der aufwendigste, und vielleicht auch der spassigste.

4 von 5 ★

«Army of the Dead» ist ab sofort auf Netflix verfügbar.

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Kommentare 2

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McFlurry

vor 28 Tagen

Echt cooler Film, sehr unterhaltsam.


Taz

vor einem Monat

Ein Riesenspass!


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