Kritik20. Dezember 2019

Das neue «Game of Thrones»? 3 Gründe, warum «The Witcher» das Zeug zum nächsten grossen Fantasy-Hit hat

Das neue «Game of Thrones»? 3 Gründe, warum «The Witcher» das Zeug zum nächsten grossen Fantasy-Hit hat
© Netflix

Endlich ist es so weit: Henry Cavill gibt in der am meisten erwarteten Serie seit «Game of Thrones» seinen Einstand als Hexer und Monsterjäger. Und wie die ersten 5 vorab zur Verfügung gestellten Folgen zeigen, kann es die Netflix-Produktion selbst mit dem Stoff aus der Feder von George R. R. Martin aufnehmen. 3 Gründe, wieso «The Witcher» das Potenzial zum nächsten grossen Fantasy-Hit hat.

1. Bisherige Fans des Hexer-Universums kommen voll auf ihre Kosten.

Henry Cavill war als grosser Fan der «Witcher»-Bücher und -Games bestens auf die Serie vorbereitet. © Netflix

Als im Mai 2017 bekannt wurde, dass Netflix die Geschichte von Geralt von Riva adaptieren, und man sich hierfür an Andrzej Sapkowskis Hexer-Saga aus den 90er-Jahren orientieren würde, sorgte diese Neuigkeit bei Fans des «Witcher»-Universums für Freudensprünge. Doch der Netflix-Produktion standen bei weitem nicht alle aufgeschlossen gegenüber. Schliesslich waren Figuren wie Triss Merigold, Yennefer von Vengerberg oder Geralt von Riva vielen Fans allein der gefeierten «Witcher»-Games wegen ein Begriff, die sich ihrerseits mal mehr mal weniger an der Romanreihe orientieren – in zahlreichen Punkten aber davon abweichen, oder Geralt für Nebenquests in gänzlich neue Abenteuer ziehen lassen.

Die gute Nachricht für Fans der Hexer-Bücher besteht darin, dass sich die Serie – was die Handlung und insbesondere die Figurenzeichnung anbelangt – bis anhin in den allermeisten Punkten eng an ihre Vorlage hält und einen vielversprechenden sowie atmosphärischen Vorgeschmack auf weitere Staffeln abliefert. Doch auch Gamer und Gamerinnen dürfen gespannt sein: Etwa auf einen Score, der oft und gern an Kompositionen aus den Spielen erinnern mag oder aber eindrücklich choreografierte Slow-Motion-Kampfsequenzen, die geradewegs aus der gefeierten Game-Trilogie stammen könnten.

2. Die wendungsreiche Story fesselt von der ersten Folge an.

Eine kontrovers diskutierte Casting-Entscheidung: Anya Chalotra (rechts) beweist in der ersten Staffel, weswegen sie bestens als Magierin Yennefer geeignet ist. © Netflix

Bereits die ersten beiden Folgen machen deutlich, welcher Ton in «The Witcher» angeschlagen wird: Die Welt des Hexers von Riva ist erbarmungslos, brutal und voller Monstrositäten, wobei die unbarmherzigsten unter ihnen in menschlicher Gestalt ihr Unwesen treiben. Doch sie ist auch voller Magie, von der polnischen Folklore inspiriert, mit einem märchenhaften Touch versehen und vor allem fesselnd.

Einerseits ist diese Tatsache der wendungsreichen und unvorhersehbaren Story von Andrzej Sapkowski zu verdanken, die mit der Serie nun ihre wohlverdiente Adaption erhält. Andererseits ist es die spannend gestaltete, kontinuierlich fortschreitende Vermischung unterschiedlicher Schicksale und Erzählstränge, die einen in ihren Bann zieht und dazu einlädt, sich den Auftakt zum Fantasy-Epos am Stück anzusehen. Netflix sei dank ist dies mit dem Aufschalten der gesamten ersten Staffel am 20. Dezember auch direkt möglich.

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3. Humor und Horror halten sich die Wage.

Ob imposant choreografiert oder erbarmungslos, schnell und realitätsnah: In «The Witcher» finden in Sachen Kampfaufnahmen unterschiedliche Stile ihren Einsatz. © Netflix

Netflix schickt mit «The Witcher» ein mächtiges Schlachtross um die Gunst der Fantasy-Fans in den Kampf. Vergleiche mit HBOs Serien-Hit «Game of Thrones» scheinen dabei regelrecht vorprogrammiert zu sein. Doch die Geschichte rund um Hexer Geralt braucht diese Gegenüberstellung nicht zu scheuen. Wer die Romanreihe gelesen hat, weiss, was die kommenden Staffeln bereithalten. Politische Machtspiele stehen dabei ebenso auf dem Plan wie epische Kämpfe, Intrigen und das Überleben in einer schonungslosen Welt. Hinzu kommt eine starke Figurenentwicklungen, die sich unter anderem auch aufgrund einer chronologischen Änderung des Romanstoffes bereits in der ersten Staffel abzeichnen.

In einigen Punkten unterscheidet sich die mit sehr viel mehr magischen Wesen bevölkerte Geschichte von Sapkowski jedoch massgeblich von jener seines Schriftsteller-Kollegen George R. R. Martin: Während «Game of Thrones» über weite Strecken eine zuweilen bedrückende Ernsthaftigkeit beibehält, erfährt «The Witcher» durch zahlreiche humoristische Einlagen vom Barden und Schürzenjäger Jaskier (Joey Batey) oder aber auch den trockenen Humor Geralts immer wieder eingestreute Auflockerungen, die in dieser Form ebenso in den Games vorzufinden sind. Dieses Wechselspiel von Humor und Ernsthaftigkeit macht den Charme der Serie aus und dürfte viele Zuschauer begeistern, denen «The Witcher» vor der Netflix-Produktion noch kein Begriff war.

Die erste Staffel von «The Witcher» ist ab sofort auf Netflix zu sehen.

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