Kritik22. Januar 2021

Amazon-Prime-Kritik «Star Trek: Lower Decks»: Eine schrullige Animationsserie?

Amazon-Prime-Kritik «Star Trek: Lower Decks»: Eine schrullige Animationsserie?
© Amazon Prime

Die neue Serie «Star Trek: Lower Decks» liess lange auf sich warten – Monate nach dem US-Debüt gibt es sie nun bei Amazon Prime. Dies ist die erste Zeichentrick-Show in 46 Jahren. Ausschlaggebend für die Entwicklung war, dass Produzent Alex Kurtzman mit den Short Treks, Kurzfilmen mit verschiedenen Hauptfiguren, erkannt hatte, dass es viele Möglichkeiten gibt, in diesem Universum Geschichten zu erzählen.

Serienkritik von Peter Osteried

Nachdem man mit «Star Trek: Discovery» gut begonnen hatte und mit «Star Trek: Picard» weiteren Erfolg hatte, gingen weitere Shows in Produktion. Das erste Ergebnis ist nun diese Zeichentrickserie, die völlig Kanon ist und sich nicht als eine Show für Kinder versteht, auch wenn die gerne ebenfalls zusehen dürfen.

Im Mittelpunkt der Serie steht das Schiff USS Cerratos – und hier nicht die Brückencrew, die immer im Mittelpunkt steht, sondern die niederen Ränge. Hier gibt es Ensign Boimler, der die Brückencrew bewundert, aber auch Ensign Mariner, die schon auf anderen Schiffen gedient hat, wirklich etwas kann, die Regeln bricht und die Brückencrew verabscheut, weil die sich nur dafür interessieren, Ruhm zu erlangen. Dazu kommen noch die von Orion stammende Tendi und der Ingenieur Rutherford, der ein Cyborg ist. Was sie erleben, zeichnet «Star Trek: Lower Decks» aus.

Die Prämisse der Show ist gut, die Folgen selbst sind aber durchwachsen.– Cineman-Filmkritiker Peter Osteried

© Amazon Prime

Die Serie wurde von Mike McMahan entwickelt, der mit der Zeichentrickserie «Rick and Morty» grossen Erfolg hatte. Die Chance, eine Star Trek-Serie zu machen, ergriff er sofort, ist er doch ein lebenslanger Fan. Wohl auch deswegen spielt die Serie zu Zeiten der klassischen Reihen – nur zwei Jahre nach dem Ende von «Star Trek: Voyager». Die Schriftart im Vorspann entstammt direkt «Star Trek: The Next Generation». Im Finale gibt es sogar Fan-Service, indem Captain Riker und Deanna Troi einen Gastauftritt absolvieren – in übrigens ähnlicher Form wie im Finale der ersten Staffel von «Star Trek: Picard».

«Star Trek: Lower Decks» ist eine merkwürdige Show.– Cineman-Filmkritiker Peter Osteried

© Amazon Prime

Die Prämisse der Show ist gut, die Folgen selbst sind aber durchwachsen. Der Humor ist häufig sehr gezwungen, das Ganze wirkt nicht so frisch und amüsant, wie man sich das auch nach dem ersten Trailer vorgestellt hatte. Natürlich gibt es ein paar amüsante Ideen, etwa die, dass die niederen Ränge nicht mal eigene Quartiere, sondern nur Schlafkojen entlang dem Gang haben. Aber im Grossen und Ganzen hat man Schwierigkeiten, die Serie als Kanon zu betrachten, der sie aber sein soll. Weil die Figuren sich derart benehmen, dass sie nicht länger Teil von Starfleet wären.

«Star Trek: Lower Decks» ist eine merkwürdige Show. Für Erwachsene hat sie nicht genug Biss, für Kinder ist sie nicht kindgerecht genug. Es ist ein Stück Star Trek, das irgendwie zwischen allen Stühlen steht. Aber vielleicht findet McMahan ja noch den richtigen Kniff. Zeit genug sollte er dafür haben, da gleich zwei komplette Staffeln zu je zehn Episoden geordert worden sind.

2.5 von 5 ★

«Star Trek: Lower Decks» ist ab sofort auf Amazon Prime verfügbar.

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Kommentare 1

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Taz

vor einem Monat

Eine extrem langweilige Serie, die bemüht ist, witzig und anders zu sein, das aber nur ganz selten schafft. Gegen Ende der ersten Staffel versucht man, die Zügel etwas anzuziehen, aber bis dorthin liefert man etwas ab, das nicht genügend unterhält und teilweise vollkommen überflüssig ist.


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