Admiral General Aladeen (Sacha Baron Cohen) herrscht über den Wüstenstadt Wadiya. Er ist ein Despot, wie man in aus der Glotze kennt. Widerworte duldet er nicht. Und wer es dennoch wagt - oder bei seinen Aufgaben versagt - wird einen Kopf kürzer gemacht. Nun giert er nach der Atombombe, doch als er New York besucht, um vor der UNO zu sprechen, fällt er einer Verschwörung zum Opfer. Man rasiert ihm den langen Bart ab, so dass ihn niemand mehr erkennt, und ersetzt ihn mit einem Doppelgänger. Doch so leicht gibt Aladeen nicht auf. Er will wieder an die Spitze und seinem Volk den Tyrannen geben, den es verdient.
Da ist vieles gut gedacht. Doch anstelle von satirischen Spitzen bietet Cohens neuer Film leider haufenweise Fäkalhumor, der niemandem richtig weh tun will. Paradoxerweise ist The Dictator gerade in seinem Bestreben, das Publikum schockieren zu wollen, erstaunlich zahm ausgefallen. Dem Film fehlt jeglicher Biss. Den scheint der britische Star-Comedian in die seit Monaten laufende Werbekampagne für The Dictator gesteckt zu haben.
Das wohl beste Beispiel für das Versagen liefert eine Szene, in der Aladeen sich mit einem seiner Gehilfen in einem Hubschrauber auf Arabisch unterhalten, Schlüsselbegriffe wie «9/11» fallen lassen und die zwei Touristen ihnen gegenüber schockieren, woraufhin diese die zwei als Terrorverdächtige anschwärzen. Das hat durchaus Witz. Aber wäre es nicht viel wirkungsvoller gewesen, hätte es sich bei Aladeens Gegenüber nicht um Schauspieler gehandelt?
Nun kann man Sacha Baron Cohen nicht vorwerfen, dass er neue Wege beschreitet. Aber bedauern darf man es: Die aufklärerische Borat-Methode wäre dazu angetan gewesen, den Menschen einen Spiegel vorzuhalten. The Dictator ist einfach nur eine platte, vorhersehbare Komödie - und eine große, verschenkte Chance. Wer so versagt, fände vor Aladeen wohl keine Gnade.