Critique23. Mai 2023

Cannes 2023: «Indiana Jones und das Rad des Schicksals»: Zerrissen zwischen Alt und Neu

Cannes 2023: «Indiana Jones und das Rad des Schicksals»: Zerrissen zwischen Alt und Neu
© Disney Schweiz

Indy is back: zum fünften und voraussichtlich letzten Mal greift Harrison Ford zu Hut und Peitsche, um rund um den Globus gegen das Böse zu kämpfen. Dabei verneigt sich der Film unter der Aufsicht von Regisseur James Mangold lieber vor den Vorgängern, als etwas Neues zu erschaffen und schafft es trotzdem nicht, den Zauber der Vergangenheit zurückzuholen.

«Indiana Jones und das Rad des Schicksals»: Zerrissen zwischen Alt und Neu

James Mangold | 142 min.

Ein Text von Patrick Heidmann

Wir schreiben das Jahr 1969 und Indiana Jones (Harrison Ford) steckt in der Krise: der Sohn ist in Vietnam gefallen, die Scheidung läuft und die Uni-Professur neigt sich auch dem Ende zu. Während die Welt die Mondlandung feiert und von der Zukunft träumt, blickt er lieber zurück und träumt von den guten alten Zeiten, als er den Nazis kostbare Artefakte entreissen konnte. Als plötzlich seine Patentochter (Phoebe Waller-Bridge) in New York auftaucht und alsbald die Schergen eines deutschen NASA-Wissenschaftlers (Mads Mikkelsen) hinter ihr her sind, ist die Vergangenheit aber plötzlich wieder zum Greifen nahe.

James Mangold hat von Steven Spielberg die Regie übernommen und versucht, einerseits das etwas altmodische Abenteuer-Flair der 1981 begonnenen Filmreihe einzufangen und andererseits mit den modernen Blockbuster-Konventionen von heute mitzuhalten. Nazis als Bösewichter, dunkle Höhlengänge, die zu versteckten Grabmälern führen, ein jugendlich-naseweiser Taschendieb (Ethann Isidore), der zum wichtigen Handlanger wird, ein Wiedersehen mit dem alten Kumpel Sallah (John Rhys-Davies) – in einer Tour verneigt sich der neue Film nostalgisch vor der Vergangenheit, auch mit viel Humor, der weniger frisch wirkt als der inzwischen 80-jährige Ford.

Gleichzeitig bemüht sich Mangold um zweieinhalb Stunden rastlose Action und Verfolgungsjagden (auf Zugdächern, in Tuk Tuks oder zu Pferd im U-Bahn-Schacht) als sei man in einem «Mission: Impossible»-Film, was der Sache wiederum einiges am ihr durchaus innewohnenden Charme raubt und mitunter etwas ermüdet. Ganz zu schweigen davon, dass die Story gegen Ende dann doch ein paar abstruse Volten zu viel schlägt.

2.5 von 5 ★

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