Kritik2. Mai 2023

Filmkritik «Guardians of the Galaxy Vol. 3»: Fertig lustig!

Filmkritik «Guardians of the Galaxy Vol. 3»: Fertig lustig!
© Disney Schweiz

Mit Rockets Origin-Story nimmt die dritte und letzte Folge dieser Serie eine finstere Schattierung an, mit der Guardians-Schöpfer James Gunn nicht nur der Trilogie, sondern auch dem Disney Konzern den Rücken kehrt.

Filmkritik von Gaby Tscharner

Die Guardians sind in Knowhere an ihrem Tiefpunkt angelangt. Rocket (englische Stimme von Bradley Cooper) hört sich auf seinem ausrangierten Zune Gerät «Creep» von Radiohead an und findet Star-Lord Peter Quill (Chris Pratt) betrunken in seinem Stammlokal, als der goldene Blondschopf Adam Warlock (Will Poulter) die Guardians angreift und Rocket schwer verwundet. Während sie erste Hilfe leisten, stellen Nebula (Karen Gillan), Drax (Dave Bautista) und Mantis (Pom Klementieff) fest, dass Rockets Herz einen Notausschalter hat, implantiert vom High Evolutionary (Chukwudi Iwuji), der an vielen Kuscheltierchen experimentiert hat, um seine Vision einer perfekten Gesellschaft zu realisieren.

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Als «Guardians of the Galaxy» vor fast 10 Jahren in die Kinos kam, blies der Film wie eine frische Brise in das etwas düstere Marvel Universum. Voller Humor, guten Oldies und schrägen Figuren nahmen sich diese Filme nicht allzu ernst, was zum enormen Erfolg der Serie beigetragen hat. Umso verwirrender ist nun Vol. 3, der seinen Ton krass ändert und daherkommt wie eine Mischung aus «Frankenstein» und «Die Insel des Dr. Moreau».

Der Film konzentriert sich auf Rockets Origin Story und erzählt die Entstehungsgeschichte des Waschbären mit dem schmutzigen Mundwerk. Schon als kleines Waschbärchen wurde er, zusammen mit vielen anderen kuschligen Tieren, während Jahren vom High Evolutionary in Laborversuchen gequält. Eine Storyline, die von James Gunn bis aufs Äusserste ausgeschlachtet wird, damit auch ja kein Auge im Kinosaal trocken bleibt.

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Der Tragik von Rockets Backstory wird eine gehörige Portion Queres entgegengestellt. Die Suche der Guardians nach einer Heilung für Rocket führt sie zur Orgo Corp, dem Hauptquartier des High Evolutionary, das aus einer seltsam organischen Materie mit Poren und Haarfollikeln besteht und dessen Wächter Uniformen tragen, die an Fettgeschwüre erinnern. Die besten Momente des Films kommen von Drax und Mantis, deren Dynamik für Auflockerung sorgt und ein gelungener Showdown in den Gängen der Orgo Corp scheint völlig in einer Einstellung gefilmt worden zu sein.

Aber, zehn Jahre, zwei Filme und ein Weihnachtsspecial später fühlen sich Star-Lords Sprüche weniger flott und eher trottelig an und sogar gute Songs wie «Creep» oder «The Dog Days are Over» von Florence + the Machine sind zu neu, um den nostalgischen Effekt der Oldies auf Star-Lords Mixtape im ersten Films zu haben. Bleibt nur, James Gunn viel Glück in seinem neuen Job als Chef des DC Comics Universums zu wünschen!

2.5 von 5 ★

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