La grande bellezza

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Filmkritik

La Grande Bellezza

Auch eine Verbeugung vor Fellini: Im neuen Film von This Must Be the Place-Regisseur Paolo Sorrentino erinnert sich ein Römer Journalist an seine verlorene Jugend.

La Grande Bellezza

Von seiner weitläufigen Terrasse aus blickt er direkt aufs Kolosseum, abends meist in der Gesellschaft von Bekanntschaften aus der besseren Gesellschaft, mit reichlich Wein oder einem Glas Gin Tonic in der Hand. Die Arbeit als Journalist nimmt nur einen Bruchteil seiner Zeit ein, meist liegt er mit schönen Frauen im Bett oder diniert in teuren Restaurants.

Dass man ihm zum 65. Geburtstag die vielleicht rauschendste Party schmeißt, die je über den Dächern Roms stattfand, ist noch nicht einmal groß der Rede wert. Doch statt all das einfach nur zu genießen, macht sich in Jeps Gedanken plötzlich die Melancholie breit. Er erinnert sich an die einstige große Liebe, an die Zeit, als er seinen ersten – und immer noch einzigen – Roman schrieb, und kann bald nicht mehr leugnen, dass ihm zum wirklichen Glück doch etwas fehlt.

Ganz unabhängig vom Titel, den der Oscar-nominierte und in Cannes prämierte Sorrentino seinem sechsten Langfilm gegeben hat, ist Fellini für La grande bellezza die passende Referenz. Vermutlich kann man als italienischer Regisseur keinen Film über Rom drehen, ohne dass jemand den legendären Landsmann als Vergleich heranzieht. Doch Sorrentino inszeniert seine Geschichte ganz offen als Verbeugung vor seinem Vorbild, teilweise mit direkten Zitaten, von denen ein als Journalist arbeitender Schriftsteller als Protagonist nur die offensichtlichste ist.

Ganz unproblematisch ist ein derart großes Vorbild natürlich nicht. Und Sorrentino hat schon damit zu kämpfen, dass sein Film nur in den seltensten Fällen so skurril, so überbordend und so überlebensgroß ist wie er zu sein vorgibt. Auch die Gratwanderung zwischen Verachtung und Bewunderung, mit der er auf die Dekadenz der römischen Oberschicht blickt, gelingt ihm nicht immer vollkommen überzeugend.

Sehenswert ist La grande bellezza jedoch allemal, nicht nur weil er Sorrentinos missratenen Vorgänger This Must Be the Place vergessen lässt. Seinen Titel nimmt der etwas lang geratene Film ziemlich wörtlich und zeigt reihenweise Bilder von bemerkenswerter Schönheit und beachtlichem visuellem Einfallsreichtum aneinander. Vor allem aber begeistert in der Hauptrolle einmal mehr Sorrentinos Lieblingsschauspieler Toni Servillo. Komplexität und Tiefe kann auch er nicht aus dem Ärmel schütteln. Aber mit ebenso viel Charme wie Zynismus holt er aus dem Drehbuch das Maximum an Witz und Bitterkeit heraus.

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Mein Kommentar
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5 Kommentare
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La grande bellezza
world_dasha 5 5 1

Great film!!!
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RitaF 3 5 1

Wirkt auf den ersten Blick abstrakt und leer, doch beim genaueren Hinhören vielleicht doch näher der Realität. Für mich erst im zweiten Nachgang mit Tiefgang zur Realität. Die Filmdauer war zu lang.
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88fabian88 1 5 1

hatte ich mir besser vorgestellt!
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chrisdebcn Der Film ist so oberflächlich und banal wie das Leben der Protagonisten. Zweieinhalb Stunden plätschern vorbei ohne einen erkennbaren Plot oder Spannungsbogen. Unterirdisch.
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Stephane 3 5 1

Grossartige Inszenierung

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