Für den Fliessbandarbeiter Douglas Quaid (Colin Farrell) hält das Leben im frühen 22. Jahrhundert wenig Erfreuliches bereit. Der grösste Teil der Welt, zerstört durch einen biologischen Krieg, ist unbewohnbar und in seiner Heimat, den Kolonien, ist das Leben hart und deprimierend. Sein einziger Lichtblick: Lori (Kate Beckinsale), seine schöne und ergebene Ehefrau. Eines Tages hört Douglas von «Rekall», einer Firma, die Träume in Erinnerungen umwandeln kann. Die Idee, seiner grauen Welt entfliehen zu können, ist für den frustrierten Quaid verlockend. Als die Hirnwäsche jedoch schiefläuft, wird aus dem Fabrikarbeiter ein gejagter Mann. Die Linie zwischen Realität und Phantasie verwischt sich als seine wahre Identität zum Vorschein kommt und er von einer Armee synthetischer Polizisten, kontrolliert von Kanzler Cohaagen (Bryan Cranston), verfolgt wird. Seine einzige Verbündete ist die Rebellin Melina (Jessica Biel), die für die Untergrundbewegung, angeführt von Matthias (Bill Nighy), arbeitet.
Es gibt viele Gründe, die ein Remake von Total Recall rechtfertigen würden. Bessere Spezialeffekte und vor allem die Chance, einen Schauspieler mit weniger Limitierungen als Arnold Schwarzenegger engagieren zu können, standen wohl zuoberst auf Len Wisemans Liste. Colin Farrell ist gut besetzt, denn sowohl als Jedermann als auch als Cohaagens Spezialagent Hauser ist er glaubwürdig. Im Gegensatz zum Original spielt das Remake auf der Erde, was dem Underworld-Regisseur das Kopfzerbrechen über die Szenen auf dem Planeten Mars erspart. In einer Welt, die nur aus gegenüberliegenden Polen besteht, pendeln Menschen wie Quaid in einem Lift durchs Erdinnere von den Kolonien zu der Vereinigung Britischer Staaten.
Die Fans von Schwarzeneggers Version von «Total Recall» werden sich freuen, dass viele beliebte Details des Originals beibehalten wurden. Von der dreibusigen Prostituierten bis zur Frau am Zoll geht der Film mit der Anlehnung ans Original spielerisch und mit Augenzwinkern um. Auch Schwarzeneggers Vorliebe für flotte Sprüche wurde übernommen, nur gehören die im Remake Kate Beckinsales Figur Lori, die mit «What can I say, I give good wife» einen Klassiker kreiert hat.
Weniger erfolgreich ist der Film in der Schaffung einer futuristischen Welt. Der Look der regnerischen Kolonien erinnert stark an Filme wie Blade Runner und die synthetischen Polizisten sehen den Clone Troopers aus George Lucas' Clone Wars derart ähnlich, dass man sich fast nach Yoda umsehen will. Dieses Remake verpasst auch die Chance, einige Fehler des Originals auszubessern. Filme wie Inception haben den Balance-Akt zwischen Realität und Traum meisterhaft umgesetzt und dieser Film wäre wesentlich spannender, wenn Quaids Welt zum Teil auch der Gehirnwäsche von Rekall entstammen würde.