Interview14. Juli 2022

Interview: Bastian Baker über «Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss»: «Das Team lag fast am Boden vor Lachen»

Interview: Bastian Baker über «Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss»: «Das Team lag fast am Boden vor Lachen»
© Universal Pictures Switzerland

Zum Anlass des zweiten Films «Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss», hat sich Bastian Baker unseren Fragen gestellt.

Interview und Transkription: Zoë Bayer

1 - In «Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss» leihst du dem Bösewicht Jean Clawed deine Stimme. Kannst du dich mit seiner Figur indentifizieren?

Bastian Baker: Gar nicht (lacht). Das war auch das erste Mal Schauspielern für mich. Jean Clawed ist natürlich ein «böser Dude». Nein, ich glaube, wir haben schon ein paar Ähnlichkeiten. Zum Beispiel, dass er auch auf sein Ziel fokussiert ist, den er möchte ja den Stein wiederfinden und ich bin normalerweise auch sehr fokussiert in meinem Leben.

2 - Hat es Spass gemacht, in die Rolle eines Bösewichts zu schlüpfen?

Bastian Baker: Es hat mir mega Spass gemacht. Ich glaube, wir haben alle sofort gemerkt, dass es ein lustiger Film wird, da wir auch schon im Tonstudio mit den Technikern die ganze Zeit lachen mussten, das war schon toll.

3 - War dies dein erster Film als Synchronsprecher?

Bastian Baker: Ja, das war wirklich das erste Mal und es hätte nicht besser sein können, ich meine, Minions, animated Movie, einen bösen Charakter auf deutsch und französisch, das war super!

4 - War das Synchronsprechen der deutsch oder der französischen Fassung leichter?

Bastian Baker: Deutsch würde ich sagen, denn da war es auch lustiger für mich, mit Akzent zu sprechen, da ich auch gerne im Privaten oft Akzente imitiere. Deswegen war der hochdeutsch-französische Akzent sehr witzig.

5 - Hast du jeweils nur deine Sprechszenen des Films gesehen, oder hattest du schon Einblick in den ganzen Film?

Bastian Baker: Ja, ich durfte den ganzen Film sehen, was mir natürlich half, um zu verstehen, was es im gesamten Film geht. Ich glaube, wenn du nur die Szenen siehst, die du synchronisiert, ist es schwieriger, eine Identität für den Charakter zu finden und da sah ich dann wirklich wo, was, wie und das hat mir geholfen.

6 - Gab es ein Highlight für dich bei den Synchronaufnahmen, dass du mit uns teilen möchtest?

Bastian Baker: Ja, es gab ein paar Momente, die mir geblieben sind. Einer der besten war, als sich meine Figur ganz am Ende des Filmes in ein grosses Monster transformiert und da musste ich wirklich ein Psycho spielen. Die Sounds, die ich dabei gemacht habe, waren wirklich lustig, sodass das ganze Team fast am Boden lag vor Lachen, weil ich es übertrieben habe, aber im Film sieht man das am Ende, wie er durchdreht, wenn er sich transformiert

7 - Gab es auch Momente wo du beinahe verzweifelt bist, da einzelne Szenen mehrmals gesprochen werden mussten oder klappte es jeweils gleich von Beginn?

Bastian Baker: Ja klar, vor allem weil es auch das erste Mal für mich war und auch weil es so eine grosse Produktion war. Ich wollte natürlich das Beste geben für den Film. Mit den Coaches hat man einen Satz nach dem anderen gemacht und wir haben das Beste probiert rauszuholen.

Es gibt schon ein paar Momente, da ist es manchmal auch nur mental, wenn man ein, zwei Versprecher drin hat und sich dann nicht mehr vertraut und dabei darf man nicht zu viel denken, das ist immer eine gute Lösung und einfach weiter machen.

8 - Wie lange dauerte die gesamte Aufnahmezeit?

Bastian Baker: Es waren ca. acht Sätze, die ich gesprochen habe auf Deutsch und Französisch und noch das Promomaterial, da war ich einen ganzen Tag im Studio, davon waren die Aufnahmen ungefähr einen halben Tag lang. Das ging ziemlich schnell und wie gesagt, ich war wirklich gut begleitet von den Coaches und den Teams in Frankreich und Deutschland, die mir geholfen haben, um schneller zu arbeiten.

Dass heisst in dem Fall schnell, aber sehr intensiv...

Bastian Baker: Ja sehr, und all diese kleinen Sounds, die du als Zuschauer gar nicht gross bemerkst, die aber ein wichtige Soundstructure geben. Die brauchen auch ihre Zeit.

9 - Hast du nebst den Textaufnahmen auch andere Sounds aufgenommen?

Bastian Baker: Ja, jedes Mal, wenn mein Charakter lacht, herunterfällt oder es eine Schlägerei im Film gibt all diese Momente die nicht wirklich Gespräche sind, aber trotzdem auch diese Transformation am Ende einfach diese Sachen (imitiert und macht Geräusche), all diese Sachen.

10 - Gibt es für dich Parallelen zwischen der deiner Arbeit als Musiker und Synchronsprecher?

Bastian Baker: Ja, ich glaube vor allem als Sänger. Da hat es mir geholfen, dass ich meine Stimme sehr gut kenne und ich die letzten 30 Jahre gelernt, habe sie gut zu kontrollieren. Das half mir sehr, da der Rhythmus so wichtig ist und der unterschiedliche Ton, wenn man genervt ist es nicht die gleiche Stimme, wie wenn man ganz ruhig ist. Ich glaube, das hat mir wirklich geholfen.

11 - War Jean Clawed deine Lieblingsfigur oder gab es noch eine andere Figur die du gerne synchronisiert hättest?

Bastian Baker: Jean Clawed war perfekt für mich, ehrlich gesagt. Vor allem auf Deutsch mit dem französischen Akzent, dass hat mir wirklich gepasst. Er ist immer wieder da im Film. Er hat auch viele Charaktere, es ist ja ein Minions-Film, deshalb hat es ja auch nicht so viele Gespräche, das hat perfekt gepasst. Die Figur Gru ist ja sowieso die gleiche Stimme und die Figur «White Knuckles» war wahrscheinlich zu alt für mich (lacht).

12 - Ohne zuviel zu verraten, was ist dein absolutes Highlight des Filmes?

Bastian Baker: Eine meiner Lieblingsszenen, welche auch im Trailer zusehen ist, also man darf darüber sprechen, ist, wenn die Minions Flugzeugpiloten sind und versuchen, den Flug nach «Sambambisko» zu fliegen. Das ist einfach eine Szene nur mit den Minions, die Blödsinn machen und sind lustig. Das hat mir sehr gefallen.

13 - Das heisst wir können dich auch in Zukunft öfters als Synchronsprecher im Kino hören?

Bastian Baker: Also dieser Film wird immer mein Erster bleiben und ich sage ja nie nein, mal schauen, was in der Zukunft noch kommt. Das ist ja auch unsere Unterhaltungsbranche, dass man nie wirklich weiss, was man in den nächsten zwei Wochen macht und plötzlich kommt eine Anfrage und dann muss man schauen, ob es etwas ist, was passt und Freude macht.

Ich habe keine grossen Pläne, ich kann deshalb nicht sagen, ob jetzt noch drei weitere Filme kommen. Bis im Januar bin ich mit dem Zirkus Knie unterwegs und habe Sommerfestivals, also beschäftigt bin ich sicher, aber es kommt bestimmt etwas cooles in der Zukunft, mal schauen.

14 - Du bist ein vielseitiger und viel beschäftigter Künstler; Sänger, Synchronsprecher und im Zirkus - Wie bekommt man all dies unter einen Hut?

Bastian Baker: Einfach Spass haben. Es war mir immer wichtig, Projekte machen zu können, von denen ich weiss, dass ich sie durchhalten kann. Im Zirkus habe ich unheimlich Freude, jeden Tag mit diesen talentierten Künstlern spielen zu können und dem grossartigen Publikum, das immer wieder kommt.

Auch auf die Sommerfestivals freue ich mich, da ich seit zwei Jahren nicht mehr auf Sommerfestival-Bühnen spielen konnte und habe Freude auf diese Shows und jetzt noch im Kino sitzen und über Synchronprojekte sprechen zu können, ist natürlich sehr cool. Ich mache mir nicht so viele Gedanken, ich mache einfach, was ich Lust habe.

«Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss» seit dem 30.06.22 im Kino.

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