Review19. Juni 2023

Filmkritik «Elemental»: Mischen impossible?

Filmkritik «Elemental»: Mischen impossible?
© Disney Schweiz

«Wie Feuer und Wasser» – diese Redewendung übersetzt der 27. Pixar-Film in ein kunterbuntes Animationsabenteuer, das sich um die in einer Grossstadt lebenden Elemente dreht. Optisch ein echter Leckerbissen, inhaltlich aber eine recht konventionelle Lebe-deinen-eigenen-Traum-Romanze.

Feuer-, Wasser-, Erd- und Luftwesen leben zwar zusammen in Element City, haben jedoch alle ihre eigenen Bereiche in der quirligen Metropole. Elemente vermischen sich nicht, heisst es immer wieder. Als die mit ihren Eltern vor Jahren aus Feuerland eingewanderte Ember den Laden ihres Vaters vor der Schliessung retten will, erhält sie ausgerechnet Hilfe von Wasserbewohner Wade, der für die städtische Bauaufsicht arbeitet. Die beiden nähern sich langsam an.

2020 bewies die Pixar-Schmiede mit «Soul» eindrucksvoll, dass sie nach wie vor kluge, vielschichtige, dabei erstaunlich unterhaltsame Filme kreieren kann. «Elemental» erweist sich inhaltlich hingegen als konventionell gestrickte Erbauungskost. Migration, Vorurteile, Identität, familiäre Traditionen und Selbstverwirklichung – auch wenn die Macher rund um Regisseur Peter Sohn («Arlo & Spot») spannende und relevante Themen anschneiden, läuft die sehr formelhaft gebaute, wenig subtile Story vor allem auf eine Ich-muss-mich-von-Papa-lösen-Entscheidung hinaus.

© Disney Schweiz

Was deutlich besser gelingt: Die Gestaltung der anthropomorphen Welt, die in den schillerndsten Farben erstrahlt. Einmal mehr lässt Pixar auf visueller Ebene die Muskeln spielen, serviert uns mit vielen Details, Verweisen und kleinen Spässen gespickte Bilder in Serie. Die Brillanz der Animationskünstler zeigt sich am stärksten in der Darstellung der verschiedenen Elemente. Tolle Schauwerte – das wissen wir nicht erst seit diesem Film – sind nur leider nicht alles!

3 von 5 ★

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