Kann ja mal passieren, und sei es im Trendlokal Kaufleuten zu Zürich: Formschöne Frauen turteln und tänzeln um den tollen «Miss Zürich»-Titel, doch wie aus heiterem Bühnenhimmel rast etwas auf die Gekürte zu - und schwups ist der Kopf ab. Pino (unsäglich chargierend: Mike Müller) wäre kein moderner Manager, wenn er nicht nach den Krokodilstränen ans Geschäft denken würde und die restlichen Beauties kurzerhand auf eine thailändische Paradiesinsel verfrachtete.
Die knackigen Kandidatinnen von der neuen «Miss Zürich» Jasmin (Meryl Valerie) über «Miss Aargau» Ashanti (Jennifer Hurschler) und «Miss Ostschweiz» Monika (Nadine Vinzens) bis «Miss Röschti» Jenny (Sabrina Meier) und «Miss Bikini» Yolanda (Andrea Vetsch) sollen im Dschungelcamp für den «Miss Schweiz»-Final gedrillt werden. Den Taktstock führt Missen-Mama Carmen (grandios fehlbesetzt: Anouschka Renzi). Doch dann gibt ein ganz anderer den Ton an: ein Serienmörder mit Horrormasken. Wie bei "Zehn kleine Negerlein» wird eine Schönheit nach der anderen abgemurkst.
Einen Horrorspass hat Michael Steiner sich da vorgenommen und sich hinlänglich bekannter Horrorhandwerkzeuge und -effekte bedient. Sarkastischen Schabernack treibt er mit dem Glamour-Graus um Casting-Shows und Missen-Blödsinn. Die Absicht, sein Missfallen an Missgeschicken in eine Horrorkomödie zu verpacken, ist missraten, weil sein Killing-Ansinnen zu dick und lauthals aufgetragen ist, sich selbst der Lächerlichkeit preis gibt. Sicher: Es gab ein paar seltene Lacher bei der Piazza-Grande-Premiere in Locarno, aber letztlich können der Steiner'sche Kill, Thrill und Missendrill wahrscheinlich nur hartgesottene Horrorfans befriedigen.
Die Zicken-Meuchelei ist auf unterster Trash-Stufe anzusiedeln, die Mimen sind mörderisch miserabel, und die Dialoge - ein Kauderwelsch - Teenagern vom Maul abgeschaut. Der Dschungeltrip nach Thailand bietet nur punktuell Schrecksekunden, einige ironische Anspielungen und ist so sexy wie früher die Miss-Wahl am Schweizer Fernsehen.