We Need to Talk About Kevin
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Filmkritik

Die Mutter des Amokäufers

Der kleine Kevin entwickelt sich langsam zu einem gefährlichen Soziopathen: Der Horrorfilm lässt Tilda Swinton als Mutter den Werdegang ihres Sohnes vom Baby bis zum knapp volljährigen Amokläufer in splitterhaften Erinnerungen nochmals durchleben.

Die ehemalige Star-Abenteurerin und Autorin Eva (Tilda Swinton) wird von Schwanger- und Mutterschaft auf den Boden zurückgeholt. Gemeinsam mit ihrem liebenswürdigen Mann Franklin (John C. Reilly) opfert sie ihr ungebundenes Leben für eine Familie. Doch ihr Sohn Kevin (gespielt von drei Darstellern) wird mit einer dämonischen Feindseligkeit gegenüber seiner Mutter geboren. Sein unablässiges Geschrei ist dabei nur der Anfang eines langwierigen und zerstörerischen Feldzugs gegen Evas Glück. Bis in die Grundschule trägt er Windeln, ruiniert ihren kostbarsten Besitz und setzt alles daran, einen Keil zwischen seine Eltern zu treiben. Die Ankunft einer kleinen Schwester gibt ihm lediglich noch mehr Anlass zu zeigen, was für ein kleiner Soziopath in ihm steckt.

Lynne Ramsays brillante Adaption von Lionel Shrivers Bestseller We Need to Talk About Kevin ist weniger eine psychologische Studie als ein Horrorfilm über die Abgründe des Elternseins und die Angst davor, das eigene Kind zu hassen. In traumartigen Rückblenden rollt die schottische Regisseurin nach und nach eine Geschichte auf, deren assoziative Bilder sich zu einem klaustrophobischen Netz aus Schuld und Sühne verweben. Nüchtern und schonungslos inszeniert Ramsay dabei einen Fiebertraum in blutroter Farbe, der in einem unsagbaren Massaker sein Ende findet.

Ein Grossteil der Faszination und der bedrückenden Intensität verdankt der Film Tilda Swinton und ihrer Fähigkeit, entgegen jedes klassischen Typs zu spielen. Wir sehen, wie sie von den Nachbarn geohrfeigt und für die Taten eines Sohnes verantwortlich gemacht wird, der ihr nie geheuer war. Doch ihre Figur ist zu kompliziert, um Mitleid zu wecken. Auch Ezra Miller mimt den teuflischen Dauerblick des psychopathischen Kevin perfekt. Bloss an der Chemie zwischen Swinton und ihrem Spielpartner Reilly mangelt es hingegen sehr.

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4 Kommentare
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Patrick

Der Film lässt einem nicht so schnell los, weil We Need To Talk About Kevin mit kalten Bildern/Figuren umgesetzt ist. Die bekannten Filmsongs wird man nach dem Film mit andern Ohren höheren. Auf jede...
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Sandra

Ein packender und sehr empfehlenswerter Film.
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thomasmarkus

Film von metaphysischer Wucht! Braucht allerdings viel Konzentration... Gerahmt von Tomaten- und Blutbad: Das gewaltige Ende kündigt sich an, aber die Gewalt wird nie direkt gezeigt -subtilste Bilds...
mehr
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Enver

gut erzählter film... würde ihn mir nicht nochmal anschauen, aber er war sehr packend!

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