The Eagle - Der Adler der Neunten Legion - Filmkritik
| Originaltitel: | The Eagle |
| Jahr: | 2011 |
| Genre: | Drama |
| Filmlänge: | 114min |
| Regie: | Kevin Macdonald |
| Kinostart: | 03.03.2011 |
| Drehbuch: | Jeremy Brock |
| Kamera: | Anthony Dod Mantle |
Der frühe Römer fängt den Adler
Teenie-Schwarm Channing Tatum macht sich auf die Suche nach einer römischen Legion, die um das Jahr 117 n. Chr. im nördlichen Britannien verschwunden sein soll. Von Oscar-Gewinner Kevin MacDonald erfrischend stimmungsvoll inszeniert, leidet der Sandalenfilm aber an der schlecht besetzten Hauptrolle.
Anfangs des 2. Jahrhunderts n. Chr. hat das Römische Reich seine grösste Ausdehnung erreicht - auf drei Kontinenten leben und sterben die Menschen unter fremder Herrschaft. In Britannien, wo die keltischen und piktischen Stämme wiederholt die dort stationierten Truppen angreifen, befehligt Kaiser Hadrian den Bau des Hadrianswall. In dieser Zeit ist auch Rosemary Sutcliffs Jugendbuch The Eagle of the Ninth angesiedelt, Oscar-Preisträger Kevin MacDonald (The Last King of Scotland) hat es verfilmt.
Das Buch handelt vom ehrgeizigen Zenturio Marcus Aquila (Channing Tatum), der sich in den Südwesten Britanniens verlegen lässt und dort schon bald Gerüchte über die 5000 Mann starke Legio IX Hispana, die unter der Führung seines Vaters Flavius Aquila im Norden verschwunden sein soll, zu Ohren bekommt. Für Marcus Aquila ist dies die Gelegenheit, den Namen seiner Familie reinzuwaschen, denn die goldene Adlerstandarte der Neunten Legion soll in Kaledonien, dem heutigen Sschottalnd, gesichtet worden sein. Zusammen mit seinem Sklaven Escra (Jamie Bell) macht er sich auf ins Feindesland jenseits des Hadrianswalls.
The Eagle ist nicht der erste Film, der sich dem Thema der römischen Besetzung Britanniens widmet. Im Unterschied zu Centurion oder The Last Legion, wagt Kevin MacDonald aber eine etwas weniger Hollywood-typische, teilweise gar realistische Herangehensweise. Das Resultat ist kerniges, hartes Historienkino (und vermutlich blutiger als es die verstorbene Rosemary Sutcliff erlaubt hätte) - ohne eine olbigate Liebesgeschichte und knapp bekleidete Amazonen wie etwa Olga Kurylenko in Centurion oder Keira Knightley in King Arthur.
The Eagle beginnt vielversprechend, leidet dann aber an der selbst auferlegten Gradlinigkeit, die wenig Platz für Emotionen lässt und in einem enttäuschenden Finale endet. Der fehlbesetzte Channing Tatum mag wohl ein guter Tänzer und ein erfolgreiches Model sein, hat aber für eine solche Rolle zu wenig Charakter und Mimik. Da können auch Sixpack und ein verwegener Blick nichts daran ändern. Immerhin inszeniert MacDonald seine Reise in die Vergangenheit sehr stimmungsvoll, die wunderschönen, teilweise untypischen Landschaftsbilder werden von einem rustikalen Soundtrack untermalt. [Steven Marriott]
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