The Black Power Mixtape 1967-1975
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Filmkritik

Historische Collage

Im Epizentrum der sozialen Unterdrückung und des Widerstands: Göran Hugo Olsson packt unentdecktes Archivmaterial schwedischer Journalisten aus und macht daraus ein Mixtape der schwarzen Bürgerrechtsbewegung.

Ende der 60er Jahre machte sich eine Gruppe schwedischer Journalisten und Filmemacher nach Amerika auf, um über die schwarze Bürgergrechtsbewegung zu berichten. Intime Aufnahmen zeigen, wie nahe dran sie an Bürgerrechtlern wie Stokely Carmichael, Angela Davis und Huey P. Newton waren. Die Recherche und Berichterstattung fing im Epizentrum an: in den urbanen Ghettos.

Regisseur Göran Hugo Olsson macht aus dem Archivmaterial, das dem schwedischen Fernsehen gehört, eine historische Collage, die Einblick in die pulsierende Zeit der Protestbewegung verschafft. Obwohl der Film in neun Kapitel gegliedert ist, fehlt oft der Kontext und eine Chronologie, die frühere Geschehnisse reflektieren liesse. Trotzdem - oder gerade deswegen - haben die Orginalaufnahmen etwas Berührendes. Abrupte Schnitte, echte, unpolierte Bilder, die mit Kommentaren zeitgenössischer Hip-Hop-Künstler wie Erykah Badu und Talib Kweli unterlegt sind, springen von einem Thema zum nächsten: Diskriminierung, Widerstand, soziale Unterdrückung, aber auch Drogensucht und interne Machtkämpfe vervollständigen die Perspektive der schwedischen Journalisten.

Vor allem das schwedische Voice over baut eine Distanz zu den eindrucksvollen Orginalaufnahmen auf und lässt einen freien Blick zu. Das lässt nicht nur die Reportagen eindrücklich erscheinen, sondern schafft es, den Zuschauer zu berühren, weil eben keine tendenzöse Meinung vorgegeben wird. Was die Dokumentation so eindrücklich zu zeigen vermag, ist die Vielseitigkeit der politischen Bewegung. The Black Power Mixtape 1967-1975 ist eine mitreissende, emotionale Momentaufnahme über die Auswüchse sozialer Unterdrückung.

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