Superclásico
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Filmkritik

Nur die Liebe zählt

Ein Däne in Buenos Aires, da ist der Kulturschock vorprogrammiert: Südamerikanische Lebensart trifft auf nordische Schwermut? Bei dieser Mischung darf man den bekannten Story-Versatzstücken zum Trotz eines erwarten: das Unerwartete.

Der Weinhändler Christian lebt mit seinem 16-jährigen Sohn in Kopenhagen, während seine Frau Anna in Argentinien Karriere gemacht hat - ausgerechnet als Fußballmanagerin. Eigentlich wartet er nur auf ihre Rückkehr, aber dann erreichen ihn doch nur die Scheidungspapiere. Mit dem Sohn im Schlepptau reist Christian nach Buenos Aires, wo er seine Frau umstimmen will. Während er mit ihrem neuen Liebhaber, einem erfolgreichen Fußballstar, unter einem Dach leben muss, verliebt sich sein Sohn sich erstmals. Christian muss sein Leben in der Fremde neu bewerten und sich fragen, ob er Annaüberhaupt zurückerobern kann - oder es sollte.

Superclásico ist nicht darüber erhaben, einen guten Teil seiner Komik aus Klischees und Stereotypen zu beziehen. Mit einem zwinkernden Auge werden die Eigenheiten von Südamerikanern und Skandinaviern in den Mittelpunkt gerückt. Dies ist jedoch nicht der einzige Quell des Humors. Schon die absurde Situation, dass der Ehemann im Haus der Frau lebt, ständig auf ihren Liebhaber trifft und zwecks Unterzeichnung die Scheidungspapiere regelmäßig vorgehalten bekommt, ist Komik-Gold. Anders W. Berthelsen ist als ständig verkaterter Christian die Art sympathischer Verlierer, dem man einfach die Daumen drücken muss.

Was wie eine formelhafte Geschichte erscheint, präsentiert sich angenehm unangepasst. Denn in keiner Sekunde macht sich der Film über den Trennungsschmerz seiner Hauptfigur lustig. Er nutzt ihn vielmehr für ernsthafte Untertöne, wodurch Superclasico tragikomische Anflüge nimmt. Autor und Regisseur Ole Christian Madsen hat jedoch darauf geachtet, ausgewogen zu bleiben, auch wenn es manchmal aufgesetzt erscheint. So gibt es einen Off-Erzähler, der mit ironischem Kommentar ein amüsantes Gegengewicht zur bisweilen trübsinnigen Präsenz der beiden Dänen darstellt.

In der Figurenzeichnung ist vor allem Berthelsens Part gelungen und wirkt sehr lebendig. Die Nebenfiguren können da nicht mithalten und gestalten sich eher zweidimensional, was sich dann auch in mehr oder minder gelungenen Episödchen äußert, so etwa der Begegnung mit der älteren Haushälterin, die ein Auge auf den Protagonisten geworfen hat. Superclásico wirkt etwas zerfahren und nie wie aus einem Guss. Eine solide Komödie mit südamerikanischer Leichtigkeit, garniert mit einem Schuss nordeuropäischer Melancholie.

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