The Bounty Hunter - Filmkritik
| Aka Titel: | Der Kautions-Cop - The Bounty Hunter |
| Land (Jahr): | USA (2010) |
| Genre: | Action, Comedy, Romance |
| Filmlänge: | 111min |
| Regie: | Andy Tennant |
| Kinostart: | 01.04.2010 |
| 14.04.2010 (Romandie) | |
| 09.04.2010 (Tessin) |
Geld oder Hiebe
In «The Bounty Hunter» liefern sich Jennifer Aniston und Gerard Butler ein rasantes Katz- und Mausspiel. Aber Regisseur Andy Tennant kann es schlecht verbergen: Sein «Hitch» kam leichtfüssiger daher.
Früher war Milo (Gerard Butler) ein erfolgreicher Cop, jetzt führt er ein langweiliges Leben als frustrierter Kautionsjäger. Seine Laune verbessert sich schlagartig, als er den Auftrag bekommt, ausgerechnet seine Ex (Jennifer Aniston) ins Kittchen zu bringen. Die toughe Journalistin Nicole ist nicht bei Gericht erschienen, da sie gerade eine heisse Spur in einem Mordfall verfolgt. Milo heftet sich siegessicher an ihre Fersen. Doch ganz so leicht wird es ihm nicht fallen, die Flüchtige zurückzubringen.
Fortan läuft «The Bounty Hunter» auf mehreren Schienen gleichzeitig. Einerseits versucht Nicole, ihren mysteriösen Mordfall aufzuklären und gerät dabei selbst ins Visier der Verbrecher. Andererseits muss sie ihrem hartnäckigen Ex-Gatten immer wieder entwischen, der seinen Auftrag durchaus auch als persönliche Rache versteht. Immer mal wieder treten komplett überzeichnete Nebenfiguren auf den Plan. Und trotz all dem Stress finden Nicole und Milo hier und dort ein wenig Zeit, die Beziehung von einst wieder anzuwärmen.
«The Bounty Hunter» versucht viel: nämlich Krimi-, Action-, und Liebeskomödie gleichzeitig zu sein. Bei der daraus resultierenden Rastlosigkeit kommt der romantische Aspekt leider etwas zu kurz. Es fällt nicht immer leicht, dem Ex-Ehepaar ihre glückliche Vergangenheit abzukaufen. Schuld daran sind wahrscheinlich die Dialoge, die so vorhersehbar sind wie das Happy End obligatorisch. Witzig sind einzelne Details: etwa Gerard Butlers durchgeknallt-diebischer Gesichtsausdruck, als er zur Jagd auf seine Ex bläst. Schlecht eingesetzt wird jedoch der Soundtrack: Kaum drückt jemand aufs Gaspedal, dröhnen aktuelle Charthits. Ärgerlicher ist nur, dass praktisch jede Szene mit der jeweils «passenden» Musik untermalt wird. Wenigstens merkt so wirklich jeder, ob es gerade spannend, lustig oder romantisch ist.
«The Bounty Hunter» legt ein hohes Tempo vor, und einige Wendungen kommen tatsächlich unerwartet. Dennoch wickelt sich die Geschichte insgesamt wenig überraschend ab. Aber wer einen anspruchslosen Klamauk oder einfach Jennifer Aniston einen ganzen Film lang im kurzen Mini und auf Monster-Absätzen geniessen will, ist mit «The Bounty Hunter» sicherlich gut bedient. [Lynn Scheurer]
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