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Sucker Punch - Filmkritik

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Land (Jahr): USA (2010)
Genre:Action, Fantasy, Thriller
Filmlänge:110min
Regie:Zack Snyder
Kinostart:31.03.2011
 30.03.2011 (Romandie)
 25.03.2011 (Tessin)

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Schulmädchen gegen Zombie-Roboter

30

Comic-Spezialist Zack Snyder schickt einen Trupp Mädchen mit kurzen Röcken in eine schrille Schlacht gegen Drachen, Dämonen und Roboter. In seinem überstilisierten Actionmärchen ergibt zwar nichts wirklich Sinn. Umso launiger sind aber die grotesken Actionszenen.

Bildgalerie

Als «Sucker Punch» bezeichnet man im Kampfsport einen Schlag ohne Vorwarnung - Zack Snyders Film ist im Grunde das genaue Gegenteil von dieser Unsportlichkeit: Denn in seinem neusten Werk perfektioniert Snyder das weiter, was er bereits mit 300 und Watchmen angekündigt hat: Er zeichnet perfekte CGI-Landschaften, in denen er spektakulär inszenierte Actionsequenzen choreographiert.

Dieses Mal dient kein Comic als Vorlage, sondern eine von Snyder selbst geschriebene Geschichte. Reichlich comic-haft ist das aber dennoch: Hauptfigur ist das Mädchen «Baby Doll», das nach dem Tod von Mutter und Schwester in einer schrecklichen Irrenanstallt festgehalten wird und sich dort in unglaubliche Fantasiewelten flüchtet. In diesen kämpft sie gegen Dämonen, Roboter und sonstige Unwesen. In diesen fantastischen Sequenzen gelingt Snyder ein schriller Mix quer durch die Popkultur: Er lässt «Baby Doll» in Schuluniform und mit Samurai-Schwert durch die Schützengräben des Ersten Weltkrieges wüten, fällt mit Sturmgewehren in Mittelerde ein oder lässt seinen Mädchen-Trupp auf einem futuristischen Zug gegen Roboter kämpfen.

Unbekümmert mischt Snyder da zusammen, was eigentlich nicht zusammengehört und inszeniert so einen Film, der eher einer Aneinanderreihung von Musikvideos gleicht, für die Songs von The Stooges oder Björk gleichermassen spektakulär aufpoliert werden. Doch trotz optischer und akustischer Perfektion sind diese komplett unsinnigen Sequenzen äusserst verspielt und damit wirklich gelungen. Weil man derartiges dem Publikum jedoch nicht zwei Stunden lang zumuten kann, muss Snyder immer wieder mal den Fuss vom Gas nehmen.

Und damit bekundet der Spektakel-Spezialist einige Mühe: Dies obwohl ihm nach dem etwas einfältigen Sandalen-Epos 300 mit der Comic-Adaption Watchman schon mal ein Film mit überraschender Tiefe und spannenden Figuren gelungen ist. Bei Sucker Punch sind die Figuren hingegen nicht sonderlich geglückt: Wenn die Mädchen ohne Schwerter und Maschinengewehre hantieren müssen, wird es rasch schwerfällig und lässt auch die jungen Darstellerinnen nicht immer im besten Licht erscheinen. Dieses Mal ist Snyder der Spagat zwischen gigantischem Actiongedöns und klug gezeichneten Figuren leider nicht geglückt, was aber der Qualität der spektakulären Kampfsequenzen keinen Abbruch tut. [Andres Hutter]

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