Satte Farben vor Schwarz
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Filmkritik

Selbstbestimmtes Sterben

Ein Paar, beide um die 70. Als der Mann erkrankt, nimmt er sich die Freiheit, sein Ende selbst zu bestimmen. Was bedeutet das für seine Frau? Subtiles Kammerspiel der jungen Schweizerin Sophie Heldman mit den grossartigen Altstars Senta Berger und Bruno Ganz.

50 Jahre Zusammenleben können Reichtum bedeuten, aber auch zur Belastung werden. Kann eine Ehe so lange halten, und welche Rolle spielt da noch die Liebe? Anita (Senta Berger) und Fred (Bruno Ganz) blicken gleichwohl auf ein erfülltes Leben zurück. Man hat es zu Wohlstand gebracht, zwei Kinder gross gezogen und ab und an kommt die süsse Enkelin zu Besuch. Als Fred plötzlich an Prostata-Krebs erkrankt, verheimlicht er die Diagnose allen ausser seiner Gattin und verzichtet auf sämtliche Therapien.

Der pensionierte Unternehmer nimmt Distanz und sich Freiheiten heraus, eine eigene Wohnung zum Beispiel («Ich brauche einen Ort, wo ich nachdenken kann»), und stösst seine Frau vor den Kopf. Sie fühlt sich ausgegrenzt, trennt sich und zieht in eine Seniorenresidenz. Doch der Versuch scheitert. Die Liebe - oder die gelebte Gemeinsamkeit - ist stärker. Anita und Fred sind und bleiben unzertrennlich.

Die meisten Filme um Zweisamkeit, Familie und Liebe greifen ins volle Leben, erzählen von Startschwierigkeiten und Erfüllung, Euphorie und Enttäuschung, von Freude und Frust, Lust und Verlust. Sophie Heldman, die mit Felix zu Knyphausen auch das Drehbuch schrieb, schildert subtil und sensibel, wie zwei Menschen das Ende ihres Lebens selbst bestimmen. Es geht in Satte Farben vor Schwarz um ewige Liebe, Würde und Selbstbestimmung. Das aufwühlende Kammerspiel nach offenbar wahren Begebenheiten besticht durch seine Lebensnähe und -bejahung, auch wenn es um das zeitliche Ende, um einen würdevollen Abgang geht.

Oder wie es die in Zug geborene Regisseurin Sophie Heldman ausdrückt: «Wie das Auftreten auf die Bühne der Welt ist das Abtreten ein Punkt der Entscheidung und der Orientierung.» Die 37-jährige Filmemacherin, die als Assistentin für Sydney Pollack und Xavier Koller arbeitete, liefert mit ihrem Spielfilmdebüt gleichzeitig den Abschlussfilm an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Das Zusammenspiel der Schauspielergrössen Senta Berger und Bruno Ganz, übrigens eine Kinopremiere, macht dieses beherzte, melancholische, aber keineswegs triste Drama zu einem tiefgründigen Seherlebnis.

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Mein Kommentar
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7 Kommentare
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Patrick

Der Film kommt sehr langsam daher, und es wird nicht all zu viel über die Figuren erzählt denn wie bemerkt Fred richtig "Es gibt Dinge, die sind Persönlich" Obwohl Satte Farben vor Schwarz realitisch...
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David

Steif inszenierte Geschichte, die einen nicht zu berühren vermag. Kommt etwas gestelzt daher.
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johanes6

auch ich kämpfte mit dem schlaf. und schlafes bruder kommt auf leisen sohlen... ungewohnt meditativ in unserer instant-gesellschaft.
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brahmshoefli

Ist ein sehr guter Film sehr gut gespielt und sehr eindruecklich. Mit freundlichen Gruessen P: Benz
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Nach den guten Kritiken in der Presse war wohl meine Erwartungshaltung zu hoch. Schauspieler sind top. Aber der Geschichte fehlt in meinen Augen Glaubwürdigkeit und Tiefe.
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Trotz hervorragender Leistung von Bruno Ganz, fällt der Film ziemlich flach aus. Die Thematik wird nur oberflächlich behandelt. Schade, man hätte ein geniales Werk aus diesem Material und diesen Schau...
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Mmmmh, schwierig... Ich glaube, ich bin mit meinen 32 Jahren wohl noch etwas zu jung für diesen Film... Super gespielt, aber doch etwas zu ruhig für meinen Geschmack! Eine wunderschöne Liebesgeschicht...
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