Resident Evil: Afterlife - Filmkritik
| Land (Jahr): | Deutschland, Grossbritannien, USA (2010) |
| Genre: | Action, Horror, Thriller |
| Filmlänge: | 97min |
| Regie: | Paul W.S. Anderson |
| Kinostart: | 16.09.2010 |
| 22.09.2010 (Romandie) | |
| 17.09.2010 (Tessin) |
Stylisches Horror-Spektakel
Natürlich steht auch im vierten Teil wieder Milla Jovovich im Mittelpunkt: Mit allerlei Superkräften ausgestattet darf sie sich im Look der Gamevorlage von Szene zu Szene metzeln - diesmal in 3D.
Der Vorgänger «Resident Evil: Extinction» nahm ja bereits vorweg, wie es weitergehen würde. Und tatsächlich wartet «Resident Evil: Afterlife» im Prolog ohne nennenswerte Überraschungen auf: Alice (Milla Jovovich) nimmt sich einen der zahlreichen unterirdischen Komplexe der «Umbrella Corporation» vor, die für die nahezu komplette Auslöschung der Menschheit verantwortlich ist. Und da es immer Sinn macht, ein paar hilfreiche Hände in Reserve zu haben, taucht sie gemeinsam mit einigen ihrer Klone aus «Extinction» auf. Trotzdem kann der «Umbrella»-Leiter entkommen.
Schon dieser Prolog sagt im Wesentlichen alles, was sich zu wissen lohnt, über den Film aus: Paul W. S. Anderson hat versucht, zum stylischen Look der ersten beiden Episoden zurückzukehren und orientiert sich dabei mehr als offensichtlich an «Matrix», «Blade» und Konsorte. Die Actionsequenzen sind von einem durchdringenden Score im Gothik-Elektro-Stil unterlegt, dass kaum ein Zweifel an der Absicht bleibt, das Publikum plump emotionalisieren zu wollen. Ein durchaus nachvollziehbarer Plan, wenn man von den inhaltlichen Defiziten abzulenken versucht.
Von einer halbwegs durchdachten Story ist der Film Lichtjahre entfernt. Die Wissenschaftskritik, die in die ersten beiden Teil noch einigermaßen stringent eingewoben wurde, hatte schon im Vorgänger nur noch eine Alibifunktion; nun wurde sie auf ein Mass geschrumpft, das kaum mehr der Rede wert ist. Auch so etwas wie eine Handlung ist nur schwer auszumachen: Alice macht sich nach dem explosiven Einstieg auf die Suche nach Überlebenden der viralen Apokalypse - wie immer halt. Fündig wird sie in Los Angeles. Dort hat sich ein Grüppchen in ein ehemaliges Gefängnis geflüchtet und wird von Tausenden von Untoten belagert. Gemeinsam prügeln sich anschließend alle zum wenig kreativen Finale, in dem der flüchtige «Umbrella»-Chef noch einmal auftaucht.
Einfallslos und uninspiriert präsentiert sich der vierte Ableger der Sci-Fi-Tech-Saga, die bestenfalls als eindimensionales Effektspektakel punktet. Kino für Intellektuelle war die Reihe zwar noch nie, aber allzu offensichtlich gripsfrei sollte man das Publikum nicht verladen wollen. [Dimitrios Athanassiou]
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