Hotel for Dogs
Home Cinema
4
users

Filmkritik

Kläffer-Komödie

Irre komisch, ideenreich, infam, anrührend und anarchistisch zugleich: Amerikas Unterhaltungs-Gigant Walt Disney meldet sich mit einer Klasse Kläffer-Comedy zurück, die alle Register konventioneller und professioneller Familienunterhaltung zieht.

Andis (Emma Roberts) grenzdebile Pflegeeltern, ein Rockduo für Arme, dulden keine Tiere in ihrer verwahrlosten Bude. Das zwingt den aufgeweckten Teenager und ihren kleinen Bruder Bruce (Jake T. Austin), ihren geliebten zugelaufenen Kläffers Friday zur Adoption freizugeben. Eine schnelle Lösung ist alsbald gefunden, denn in einem riesigen verlassenen, alten Hotel finden sie nicht nur für ihren Hund Platz, sondern etablieren in der ehemaligen Edelherberge ein Zufluchtsort für entlaufene, entschwundene und gequälte Kreaturen.

Die Ideenvielfalt, mit der diese rasant und stringent inszenierte Story aufwartet, ist mehr als nur beeindruckend. Für die Bulldogge mit pathologischem Kauzwang etwa wird ein «Schuhspendier»-Automatismus erfunden, die gesamte Meute nimmt Platz an einer sich selbst deckenden Tafel mit diversen Streuner-Delikatessen oder die absolut aseptische Hundetoilette mit Wasserspülung und fachgerechter Haufenentsorgung mutet hygienischer an, als bei vielen Zweibeinern. Ferner bietet das Etablissement einen Fahrtwind-Simulator, eine vollautomatische Näpfchen-Befüllanlage oder gar den elektronischen Nachthimmel inklusive strahlendem Vollmond zum romantischen Anheulen.

Das ist schon schön verrückt, und verrückter werden die Dreharbeiten mit Dutzenden von animalischen Akteuren gewesen sein, was natürlich eine zusätzliche Herausforderung nicht nur für die Dog-Trainer war. Diverse Kameratakes mussten wegen lautstarken Gebelles oder unruhigen Lampenfiebers der Pfötchen-Protagonisten endlos wiederholt werden. Aber das ist die professionelle disneysche Erfolgs-Formel. Märchenhaftes mit Menschlichem zu verquicken, getragen durch rührige Tragik und rasante Dramatik, gepfeffert mit Konflikt und Happy End, garniert auf dem silbernen Tablett des täglich Möglichen. Wer mag sich damit nicht gerne (auch unfreiwillig) identifizieren?

Der charismatische Don Cheadle würzt das witzige Werk mit glänzendem Hollywood-Charisma, und es bedarf keiner großen Erwähnung, dass er im Gegensatz zu den Möpsen als Mindestlöhner seine Gage wert ist, aber sichtlich vom schauspielerischen Aspekt unterfordert bleibt. Und die beiden Jugendlichen, Emma Roberts und Jake T. Austin demonstrieren eine respektable Performance, wenigstens, was dieses Genre betrifft. Überdies mag es ebenso erstaunen, daß selbst Arthausfilm-Freaks sich bei diesem unanstrengenden Filmcoup das Lachen nicht verkneifen können.

Mehr Filmkritiken

The Croods

Steinzeitfamilie muss in einer fremden Welt ein neues Zuhause finden. Animiertes Familienabenteuer aus dem Hause Dreamworks. mehr...

Iron Man 3

Im dritten Teil der Comic-Verfilmung muss Robert Downey Jr. als gepanzerter Superheld gegen Ben Kingsley kämpfen. mehr...

Oblivion

Tom Cruise repariert Drohnen, die Aliens jagen und vernichten: Sci-Fi-Action von "Tron: Legacy"-Regisseur Joseph Kosinski. mehr...

Nachtzug nach Lissabon

Schweizer Professor gibt sein zurückgezogenes Leben auf und begibt sich auf eine waghalsige Reise. Bestsellerverfilmung. mehr...

The Great Gatsby

Leonardo DiCaprio, Carey Mulligan und Tobey Maguire in Baz Luhrmanns Adaption des Romanklassikers von F. Scott Fitzgerald. mehr...

I Give it a Year

Ein ungleiches Paar (Rose Byrne und Rafe Spall) kämpft um seine Liebe. Komödie von "Borat"-Produzent Dan Mazer. mehr...

G.I. Joe: Retaliation

Hasbros Spielzeugsoldaten kämpfen dort weiter, wo sie im ersten Teil aufgehört haben. Mit Bruce Willis und Channing Tatum. mehr...

Identity Thief

Melissa McCarthy stiehlt Jason Batemans Identität. Komödie von «Horrible Bosses»-Regisseur Seth Gordon. mehr...

Community

SEAT Movie Charts
5
4
4
9
3
10
2
3
1
1
3.4
27 User
Mein Kommentar
member img
3 Kommentare
member img
Tuvok

Teil 2 der Filmkritik: super. Der Jack Russell Terrier Friday ist wirklich ein netter Kerl. Der Film ist ja von einem Buch, eh klar, wer kann so was süßes schon erfinden wie immer, guter Film Gutes Bu...
mehr
member img
Tuvok

Teil 1 der Filmkritik: super. Wie schön ein wirklich herziger Hund der eine Waise ist, 2 Waisenkinder, eine männliche Fürsorge, der Hausneger im Film klarerweise, blöde primitive Eltern, Walt Disney ä...
mehr
member img
Enver super. hat mir sehr gut gefallen

SEAT Movie Charts

Erfahre mit den SEAT Movie Charts, welches die beliebtesten Kinofilme der Schweiz sind!

Bewerte und kommentiere selber Kinofilme und gewinne mit etwas Glück einen SEAT New Leon.

  = miserabel
  = kaum sehenswert
  = Mittelmass
  = gut
  = Meisterwerk