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Der Fürsorger - Filmkritik

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Eine Schweizer Schelmengeschichte

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Lutz Konermanns Komödie beruht auf der Geschichte des Hochstaplers Hans-Peter Streit und reitet auf der Welle neuer Heimatfilme, die mit «Sternenberg» und «Die Herbstzeitlosen» begann und mit «Die Standesbeamtin» ihre Fortsetzung fand. Doch ihr Humor lässt sie darüber hinausragen .

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«Die Lüge ist nichts anderes als die ausser Kontrolle geratene Vorstellung von Wahrheit.» Dieser Satz, der am Anfang eines kubanischen Schelmenstücks steht, hat auch seine Gültigkeit für Lutz Konermanns komödiantisches Glanzstück. Lebensläufe von Zeitgenossen, die alles ein bisschen leichter und die Gutgläubigkeit ihres Umfeldes zum Mass aller Dinge nehmen, sind ein universelles Phänomen. Doch im Schweizer Film waren sie bis anhin kaum präsent - und so betritt Regisseur Lutz Konermann ein selten genutztes Terrain.

Bereits 1994 erschienen die Erinnerungen des Hochstaplers Hans-Peter Streit unter dem Titel «Ich, der Millionenbetrüger 'Dr. Alder'» in Buchform; der Journalist Philipp Probst hatte Streits Aufzeichnungen, der damals noch im Gefängnis sass, in eine ansprechende Form gebracht. Dass der Film nun einen gänzlich anderen Titel aufweist, ist nur folgerichtig: «Der Fürsorger» ist keine Verfilmung von Trivialliteratur, sondern eine rasante Komödie, die sich von Streits Aufzeichnungen inspirieren liess.

Das zum Schimpfwort verkommene Etikett «nach einer wahren Geschichte» soll nicht abschrecken. «Der Fürsorger» ist zuallererst ein charmantes Actors Movie, Roeland Wiesnekker hat - ein halbes Jahrzehnt nach «Strähl» - endlich wieder einen glanzvollen Part, und zwar einen, bei dem er dank seiner Verwandlungskunst noch mehr über sich hinauswächst. Es ist ein allzu passendes Detail, dass Johanna Banzer, die in «Strähl» Wiesnekkers weibliches Gegenstück war, als eine der zahlreichen Partnerinnen des Herzensbrechers Stalder - wie Streit im Film heisst - erstmals wieder gemeinsam mit ihm vor der Kamera steht.

Die Epoche, in der Männer sich Dauerwellen verpassen und Schnurrbärte wachsen liessen, um bei der Damenwelt zu punkten, wird hier so liebevoll wie augenzwinkernd heraufbeschworen. In rasanten Wechseln von Schauplätzen, Erzählperspektiven und Zeitebenen ist «Der Fürsorger» eine vergnügliche Zeitreise. Es war eine Zeit, als Betrüger sich noch mit einstelligen Millionenbeträgen begnügten, und es in der Schweiz noch in jedem Dorf die Niederlassung einer Grossbank gab, und der «Blick» noch das unumschränkte Zentralorgan der schweigenden Mehrheit und des gesunden Volksempfindens war. Es war - bei aller Biederkeit - eine schöne Zeit, denn alles war noch so überschaubar wie die Welt dieses Betrügers mit dem treuherzigen Hundeblick. [Geri Krebs]

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m&m's Ich: Habe mich köstlich amüsiert. Wirklich sehenswert. ...
m&m's neneli: Für die Schweizer Szene ganz interessant, sehr gut...
m&m's Moc: Endlich mal wieder eine Komödie, die ihre Zuschaue...
m&m's Stephan: Der "Jarhundert- Schwindler" amüsannt, eine fantas...
m&m's Michael: Der Film ist so dermassen langweilig, dass ich fas...