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Beyond Farewell - Antennen ins Jenseits

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«Beyond Farewell - Antennen ins Jenseits»: Bewertung des Publikums

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 Filmkritik
«Beyond Farewell - Antennen ins Jenseits»: Bewertung der Redaktion
Das Medium ist die Message

Der Glaube an ein Leben nach dem Tode ist uralt, geistert aber sogar durch die Köpfe mancher Menschen moderner Industriegesellschaften. Kann mit einem Verstorbenen auch kommunizieren? Die Stärke von Susanna Hübschers fernsehtauglicher Dokumentation eines derartigen Versuches liegt allerdings in den wenigen witzigen Alltagsszenen.

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Was passiert mit der Persönlichkeit eines Menschen im Moment seines Todes? Es wär eine bittere Erkenntnis, wenn sie restlos zerfiele. Handelt es sich um eine Person, die einem nahesteht, ist der Verlust besonders schmerzlich und der Wunsch groß, das endgültige Abschiednehmen hinauszuschieben. Als der Vater der Zürcher Filmemacherin Susanna Hübscher während der Recherche zu diesem Thema starb, konnte sie nicht einmal trauern und sie stellte fest, dass ihr die Persönlichkeit ihres Vaters ein Rätsel geblieben war.

So entschied sie sich, den eigenen und ihrer Mutter Umgang mit dem Todesfall ins Zentrum zu rücken. Zur Sprache kommt dabei auch das Unbehagen, das viele empfinden, wenn sie erleben, wie nüchtern und effizient die Apparatemedizin Sterbende behandelt. Den Angehörigen wird keine Zeit mehr gelassen, um einen traumatischen Verlust zu verarbeiten, die Industriegesellschaft pflegt keine Todesrituale mehr. Genau hier setzt die Dienstleistung eines sogenannten Mediums an, eines Menschen, der vorgibt, mit Verstorbenen kommunizieren zu können.

Susanna Hübscher wandte sich an Bill Coller, einen Schotten, der seine Kunden in der Schweiz, Deutschland und Übersee aufsucht und ihr gestattete, einige wenige Séancen zu filmen, und ihr auch ein paar Lektionen erteilte, damit sie selbst dieses Metier lernen konnte. Leider zeigen schon diese wenigen Beispiele, nach welchem Muster die «Gespräche» mit den Verblichenen ablaufen, und die Filmemacherin gibt unumwunden zu, dass sie selbst keine «Verbindung» aufnehmen kann. Außer Spesen nichts gewesen, muss man diesbezüglich konstatieren und bedauert, dass nicht wenigstens eben diese Spesen erwähnt werden - immerhin lebt da jemand davon, Menschen in Not etwas vorzumachen.

Susanna Hübscher ging anscheinend ein zu hohes Risiko ein, die eigene Familie inklusive kleinem Sohn, aber ohne dessen Vater, derart prominent ins Bild zu setzen, denn ihr ist dabei die Distanz zum Sujet abhanden gekommen. Auch wirkt es hilflos, wenn mit Bildern von Sendeanlagen, Wolken und Sternenhimmel, die mit elektronischen Klängen unterlegt sind, ein Bezug zum virtuellen Geschehen in den Köpfen hergestellt wird. Das erinnert an die banalen und einfallslosen Musikfernsehfilme ihres ehemaligen Kollegen Adrian Marthaler vom Schweizer Fernsehen, das den Film mitproduzierte. [Eduard Ulrich]


 Eure Kommentare

Hans: Diese Kritik mag zutreffend sein was den Inhalt bzw. die Handlung ...
Hermine: War selten so berührt. Die Musik von Joke Lanz und die Bilderwe...
Dominique: Ein miserabler Film, der Themen nur oberflächlich anschneidet...
Kaspar: ist's jetzt kunst oder kino! kinokunst! hingehen!
Md: Wenn nur auch andere Dok-filmer diesen Mut hätten. Bravo!
Trudy: für leute, die kinobilder noch lesen können und gerne selber denk...

[ Forum anzeigen (7 Kommentare) ]    [ Kommentar schreiben ]


 Abspann
Originaltitel: Beyond Farewell - Antennen ins Jenseits
Filmlänge: 78min
Land (Jahr): Schweiz (2009)
Besetzung: Bill Coller, Elisabeth Huebscher, Gaudenz Huebscher
Regie: Susanna Hübscher
Drehbuch: Susanna Hübscher
Kamera: Till Brinkmann
Produktion: Christian Davi, Christof Neracher
Verleih: Frenetic Films
Produktionsfirma: Scheizer Fernsehen (SF), hugofilm
Komponist: Joke Lanz, Sudden Infant
Startdatum: 14.05.2009 (Deutschschweiz)



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