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Louise-Michel - Filmkritik

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Aka Titel:Louise Hires a Contract Killer
Land (Jahr): Frankreich (2008)
Genre:Comedy
Filmlänge:90min
Regie:Gustave de Kervern
 Benoît Delépine
Kinostart:21.05.2009
 31.12.2008 (Romandie)

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Mission imbécile

30

Wieder einmal ist die Wirklichkeit dem Film voraus: In letzter Zeit häufen sich Meldungen über von entlassenen Angestellten entführten Kaderleuten und anderen Racheakten. Und genau das haben auch die zwei skurrilen Figuren im Sinn, die mit kleinem Budget aber großem Auftrag in einem abstrus-komischen Kinostück unterwegs sind.

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Selbstjustiz ist ein beliebtes Thema im Film. Meist geht es dabei äußerst brutal zu, und am Ende siegen die (Selbst-)Gerechten. Auch wenn das wallonische Drehbuchautoren- und Regieduo Benoît Delépine und Gustave Kervern ein weiteres Kapitel dieses Genres schreibt, so verwendet es doch ganz andere Mittel: schrägen bis rabenschwarzen Humor, Protagonisten, denen man nicht einmal ein abgelaufenes Tram-Billette anvertrauen würde, und eine Handlung, die mehr an einen Rohrkrepierer erinnert als auf einen grünen Zweig kommt.

Das Geschehen gleicht den historischen Versuchen intellektueller Revoluzzer, die Not der Arbeiterklasse zu lindern. Die Ironie der Geschichte ist wohl, dass sich der Kapitalismus bei seinem Pyrrhus-Sieg über den Kommunismus nicht nur selbst ruinierte - längst sind sogar Banken und Investoren pleite, Finanzmanager arbeitslos -, sondern auch wie bei einem globalen Atomkrieg seine eigene Grundlage zerstörte. Dieses Prinzip der Gegner- durch Selbstvernichtung könnte als unbewusste Maxime unserer beiden Schlaumeier auf ihrem Fettnäpfchen-Parcours gelten. Eigentlich sind sie zwar Auftraggeber und -nehmer, aber das bleibt nicht der einzige Rollenwechsel.

Eine wallonische Textilmanufaktur wird auf Geheiß der global tätigen Mutterfirma geschlossen. Die teils langjährigen Mitarbeiterinnen wollen sich das nicht bieten lassen, zumal die Abfindung lächerlich gering ist. Sie beschließen, ihr moralisches Recht auf eigene Faust durchzusetzen. Aber auch in der Selbstjustizpflege lauern die Risiken sowohl bei der Urteilsfindung als auch im Vollzug. Jedenfalls schrammen die beiden schließlich zum Zuge kommenden «Vollzugsbeamten» an einem Fiasko nach dem anderen vorbei und können von Glück sagen, wenn sie am Ende ihre eigene Haut retten können.

An vielen realen Schauplätzen manchmal wie in einem Dokumentarfilm wirkt der Kontrast zwischen dröger Wirklichkeit und grotesken Aktionen echt komisch. Die unaufwendige, stilechte Persiflage des Genres punktet auch mit knappen, träfen Dialogen. Und wurde die - zugegeben genretypisch - unvermeidliche Gewalt jemals dermaßen lächerlich unbrutal inszeniert? [Eduard Ulrich]

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