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Der Freund - Filmkritik

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Land (Jahr): Schweiz (2008)
Genre:Drama
Filmlänge:87min
Regie:Micha Lewinsky
Kinostart:17.01.2008
 02.04.2008 (Romandie)
Drehbuch:Micha Lewinsky

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Verflixt verliebt

40

Die Drehbücher zu «Sternenberg» und «Little Girl Blue» stammen von Micha Lewinsky. Mit seinem ersten Langspielfilm «Der Freund» beweist der Schweizer Regisseur und Drehbuchautor erneut, wie er sich aufs Erzählen von Geschichten versteht.

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Abend für Abend steht der schüchterne Emil (Philippe Graber) im Zürcher Club Helsinki und lauscht der traurig-schönen Stimme der Sängerin Larissa (gespielt von der Zürcher Songwriterin (Sophie Hunger). Larissa ignoriert ihn, aber eines Tages glaubt Emil nicht richtig zu hören: Seine Traumfrau bittet ihn, sich als ihren Freund auszugeben und verschwindet gleich darauf.

Immer noch verwirrt, versucht Emil später Larissa auf dem Handy zu erreichen. Doch ihre Schwester Nora (Johanna Bantzer) ist dran und erklärt ihm, dass Larissa tot ist. Damit beginnt für Emil ein schwieriges Versteckspiel. Wie Larissa versprochen, gibt er sich vor ihrer Familie als ihr Freund aus. Aber unverhofft verliebt er sich in Nora, die zeitlebens hinter Larissa zurücktreten musste. Und ausserdem schwebt immer noch die Frage nach den Umständen des Todes im Raum.

Lewinsky bringt in seinem flüssig erzählten Film eine seltene Mischung aus Tragik und Komik zustande. Oftmals geschehen komische Dinge, wenn die Stimmung am traurigsten ist. Vor allem aber gelingt dem Regisseur die Balance zwischen Weinen und Lachen, weil er für seine Figuren Verständnis hat und seien sie noch so verschroben wie Emil. Und er bringt die Zuschauer dazu, Emil ebenfalls zu mögen - etwa wenn er auf die simple Frage nach einer Zigarette erwidert: «Nein, ich rauche nicht. Aber ich wollte schon immer damit anfangen, vergesse es aber immer wieder.» Für manche Zuschauer mag Emil auf der Kippe zur Nervensäge stehen. Doch wie er sich bemüht, über seinen eigenen Schatten zu springen, allen Mut zusammenkratzt, um Nora am Ende seine Liebe zu gestehen, weckt eben doch Sympathie.

Sehr unterschiedlich ist die Zeichnung der Nebenfiguren: Emils Mutter etwa ist eine Spur zu sehr Prototyp - sie vereint in sich sämtliche Klischees, die man einer überbesorgten Mutter zuschreibt. Wohltuend ehrlich wirkt dagegen Johanna Bantzer als Nora. Und Larissa umgibt bis zum Schluss eine geheimnisvolle Aura. Dazu tragen nicht zuletzt die wunderbar melancholischen Songs bei, die von der Larissa-Darstellerin Sophie Hunger selber stammen. Und es liegt daran, dass Lewinsky seinen Figuren Privatsphäre lässt und sie nicht bis aufs Letzte entblösst. Zwar hätte man sich den Schluss durchaus auch ohne Larissas Brief vorstellen können - die Sängerin wäre noch unergründlicher geblieben. Doch sind diese klärenden Zeilen auch ein Zugeständnis an die Zuschauer, die nicht ohne Hoffnung zurückbleiben sollen. Auch wenn sie der Regisseur mit einem guten Gefühl aus dem Film entlassen will, so trägt er doch nicht zu dick auf mit einem ultimativen Happy-End. Vielmehr reicht es aus, dass Emil seine Gefühle formulieren kann - und darüber freut man sich mit ihm. [Andrea Lüthi]

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m&m's Hansi: Ein toller Film!...
m&m's Ralph: Ein toller Film, Chapeau. Gehört für mich in die K...
m&m's Roberto: Die Schweiz zeigt wieder das Sie für Filme nichts ...
m&m's Daniel: momou du, mau wider e gute schwizer fium. der fil...
m&m's Tatjana: Sehr eindrücklicher und tiefgründiger Film. Manche...