Saturno contro
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Filmkritik

Der Tod lauert am Esstisch

Eine Clique von Freunden trifft sich, alles läuft gut. Doch dann fällt einer plötzlich um. «Saturno contro» ist ein einfühlsam inszenierter Film über Freundschaft, Tod und Seitensprünge.

Wir sind in Rom, zu Hause bei einer bunt gemischten Freundesschar, die sich gerade zum Abendessen trifft. Die meisten von ihnen kennen sich schon ewig. Die Stimmung ist ausgelassen. Es wird getanzt, gelacht und viel, sehr viel geredet. Doch der gesellige Abend steht unter keinem guten Stern - er steht genau genommen im «gegenläufigen Saturn».

Plötzlich bricht Lorenzo, der junge Liebhaber von Davide, zusammen. Einfach so. Alle stehen unter Schock. Er wird sofort ins Spital eingeliefert. Dort, im Gang vor Lorenzos Krankenzimmer, treffen sich die Freunde fortan regelmässig. Dabei kommt viel Verborgenes zum Vorschein. Einer der Clique hat zum Beispiel eine Affäre. Eine Andere kommt mit sich und ihrer Partysucht nicht klar. Die plötzliche Krankheit macht allen die eigene Fragilität und die Endlichkeit des Lebens sichtbar.

Im Mittelpunkt des Films steht das schwule Paar Lorenzo und Davide. Ihre Beziehung strahlt viel Wärme aus. Regisseur Ferzan Ozpetek arbeitet auch hier wieder mit einem herausragenden Ensemble zusammen - wie schon zuvor in «Le fate ignoranti» (2001), mit dem er auch hierzulande bekannt wurde. Ozpetek versteht es wunderbar, sein Team zu führen und ihm Höchstleistungen zu entlocken.

Die Geschichte bewegt, ist gut aufgebaut und wird von einer exzellenten Kamera eingefangen. Die Schauspieler sind bis auf die kleinste Nebenrolle grandios in ihrer Performance - allen voran Pierfrancesco Favino in der Rolle des Davide. Der Hüne mit dem Kummerblick wird nächstes Jahr übrigens in «The Chronicles of Narnia: Prince Caspian» zu sehen sein.

Was «Saturno contro» auszeichnet, ist der Optimismus, der trotz der grossen Tragödie immer wieder in den einzelnen Szenen mitschwingt. Für einmal halten die Männer nicht mit ihren Gefühlen zurück, und die Frauen sind eher am Mauern. Das ist interessant. Selbst Lorenzos Vater, der seinen homosexuellen Sohn verstossen hatte, zeigt am Schluss Grösse. Und das alles nur wegen dieser Clique guter, verwandter Seelen. Der kleine, feine Film versteht sich als Plädoyer für Freundschaften und ermutigt, auch mit grosser Trauer weiterzuleben.

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