Dunkle Wolken ziehen auf. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel trifft's Michele (authentisch und glaubhaft: Antonio Albanese). Seine Firmenpartner stellen ihn ins Abseits. Arbeitslos. Er schliddert in eine existenzielle Krise, während seine Frau Elsa (ideal besetzt: Margherita Buy) ein Hoch erlebt: Sie hat ihren Wunschtraum erfüllt, ihr Kunstgeschichtsstudium brillant abgeschlossen und wird in ein Team berufen, das ein Deckenfresko restauriert.
Tochter Alice (Alba Rohrwacher) geht ihre eigenen Wege und führt ein Restaurant. Michele kaschiert seine Situation - zwei Monate lang. Dann kann er die Situation nicht mehr verheimlichen. Eine geplante Reise nach Kambodscha platzt. Die Ersparnisse schmelzen, das Boot und das Haus müssen verkauft werden. Die gutbürgerliche Existenz ist in ihren Grundfesten erschüttert. Michele ist wütend auf seine Geschäftspartner, die ihn aus dem Unternehmen gemobbt haben, gleichzeitig hilflos und wie gelähmt. Er versucht halbherzig, einen Job zu finden, verdingt sich zeitweise als Vespa-Kurrier und vergeht vor Selbstmitleid. Die Eheleute, beide in den Vierzigern, stecken tief in der Krise.
Eine Berg- und Talfahrt der Gefühle, des Lebens: Michele kann den Schicksalsschlag schwer verkraften, lässt sich hängen, setzt seine Liebe, seine Ehe aufs Spiel; Elsa kann besser mit der fatalen Situation umgehen, sie stemmt sich gegen und ist Realistin genug, sich und ihre Träume nicht aufzugeben. Im Gegensatz zu seinem Kinoerfolg «Pane e Tulipani» (mit Bruno Ganz) aus dem Jahr 2000 hat sein neuer Film «Giorni e nuvole» keinen heiteren Grundton, keine märchenhaften Zwischentöne. Genua wird zur schroffen Grossstadtkulisse, die Gefühle zu ersticken droht.
Soldini beobachtet und inszeniert genau. Das wunderbare Schlussbild einer Annäherung unter dem restaurierten Fresko macht Hoffnung. Doch der Film legt sich nicht fest. Die Beziehung von Michele und Alsa bleibt labil. Soldinis «Szenen einer Ehe» ist unaufdringlich, einfühlsam und emotional überzeugend: «Giorni e nuvole» ist auf Erfolgskurs und wurde 15mal für den italienischen Oscar, den «David di Donatello», nominiert.
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