Fred Claus - Filmkritik
| Aka Titel: | Gebrüder Weihnachtsmann |
| Land (Jahr): | USA (2007) |
| Genre: | Comedy, Fantasy |
| Filmlänge: | 116min |
| Regie: | David Dobkin |
| Kinostart: | 29.11.2007 |
| Drehbuch: | Dan Fogelman |
| Jessie Nelson |
Des Weihnachtsmanns böser Bruder
Den erfolgreichsten Bartträger und Geschenkefabrikanten der Welt kennt jeder - aber wie steht's mit seinem trotteligen Bruder Fred? Genau der steht im Mittelpunkt von David Dobkins Weihnachtskomödie.
Fred Claus (Vince Vaughn) leidet unter dem Perfektionismus seines heiligen Bruders Nicholas Claus (Paul Giamatti). Während der Karriere als Weihnachtsmann gemacht hat, schlägt sich Fred als Eintreiber in Chicago durch. Zum freudlosen Job gesellt sich auch Pech in der Liebe: In der Beziehung mit Politesse Wanda (Rachel Weisz) kriselt es heftig. Plötzlich landet Fred dann auch noch im Knast, darum benötigt er 5000 Dollar Kaution, die Nicholas netterweise stellt. Aber nur unter der Bedingung, dass sein Bruder ihn am Nordpol besucht. Fred kommt der Aufforderung nach und muss bei der aktuellen Weihnachtsproduktion mit Hand anlegen. Dabei stellt er sich ziemlich dämlich an. Aber immerhin hilft er dem Elfen Willie (John Michael Higgins), bei der süssen Charlene (Elizabeth Banks) zu landen. Dann droht aber neues Unheil in Form des Rationalisierungsbeamten Clyde (Kevin Spacey), der den Weihnachtsmannbetrieb schliessen will.
Mit seiner saloppen Art und den aus der Hüfte geschossenen, zynischen One-Linern hätte man sich durchaus vorstellen können, das Vince Vaughn der Typ ist, der Weihnachten hier den Finger zeigt. «Bad Santa»-Style! Pech gehabt: «Fred Claus» ist einfach ein weiterer, klebriger und moralinsaurer Weihnachtseinheitsbrei à la «Santa Claus», der sich und seine Charaktere zwar in seiner Anfangsphase mit verkniffenem Gesicht präsentiert, doch gegen Ende hin in der üblichen und bis zum Abwinken gewohnten «Ist das Leben nicht schön?»-Sentimentalität versinkt. Zudem tut sich der nervige Vince Vaughn schwer als Sympathieträger: Er spielt auffällig antriebslos - seinem pseudofiesen Fred Claus fehlen die treffenden «Elf»-Gags Will Ferrells und die Dreckigkeit Billy Bob Thorntons («Bad Santa»).
Anlass zum Lachen bietet «Fred Claus» überhaupt selten. Zugegeben, die Idee mit der Selbsthilfegruppe, den «Anonymen Geschwistern», ist zum Schreien. Dort treffen Frank Stallone, Stephen Baldwin und Roger Clinton aufeinander. Doch die Präzision dieses Gags ist leider die Ausnahme. Die meisten der sonst eher flachen Scherze gehen auf Kosten der kürzeren Cast-Mitglieder. Und die eigentliche Zielgruppe des Films, die Kinder, wird mit dem bitteren, hektischen Humor ohnehin nicht zu recht kommen. Darum wurden - immerhin - die Schlägereien mit cartoonesken «Boingboing»-Geräuschen unterlegt.
Regisseur David Dobkin, der mit «Wedding Crashers» einen weitaus überzeugenderen und vor allem lustigeren Film ablieferte, schafft es einfach nicht, eine stimmige und in sich geschlossene Geschichte zu erzählen. Ausserdem wartet «Fred Claus» mit einer durchs Band hässlichen Optik auf - entweder ist die Szenerie überbelichtet oder sie droht in der Dunkelheit zu versinken. Ob der sonst so versierte Kameramann Remi Adefarasin - man denke nur an seine makellose Bildsprache in «Elizabeth: The Golden Age» - vielleicht zu viel am Glühwein genippt hat?
Die digitalen Effekte beschränken sich übrigens hauptsächlich auf flaue Jokes im Frankenstein-Stil, wo berühmt-berüchtigte Köpfe auf fremde Körper gesteckt werden. Wer also schon immer mal sehen wollte, wie Rapper Ludacris mit einem Zwergen-Body ausschaut - in diesem zu grossen Teilen einfallslosen Weihnachtsfilm von der Stange bietet sich die Gelegenheit dazu. [Dominique Zahnd]
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Michele: ich fand den Film genügend.... |
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skylinelady: halt ein richtiger Weihnachtsfilm wenig Humor und... |
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J. Oliver: Arm dran ist derjenige der im Schatten seines Brud... |

