The Good Shepherd - Filmkritik
| Aka Titel: | Der gute Hirte |
| Land (Jahr): | USA (2006) |
| Genre: | Drama, Film-Noir, Romance, Thriller |
| Filmlänge: | 167min |
| Regie: | Robert De Niro |
| Kinostart: | 22.02.2007 |
| 04.07.2007 (Romandie) | |
| 20.04.2007 (Tessin) |
Der Thriller mit der Lizenz zum Gähnen
Das Spionagedrama versammelt mit Matt Damon, Angelina Jolie und Robert De Niro eine fantastische Besetzung. Trotzdem wird die langfädige Story um die Anfänge der CIA zu einer echten Geduldsprobe für den Zuschauer.
Edward Wilson (Matt Damon) ist ein eifriger und optimistischer Student in Yale. Dort wird er rekrutiert für die Geheimgesellschaft «Skull and Bones», einer Brutstätte für künftige Weltführer. Wilsons wacher Geist und sein strenger Glaube an typisch amerikanische Werte machen ihn zum optimalen Kandidaten für eine Karriere im Geheimdienst - und schon bald arbeitet er für die OSS, der Vorgängerin der CIA. Wilsons knallharte Hingabe zu seinem Land bezahlt er teuer. Nicht einmal seine Frau Clover (Angelina Jolie) oder sein geliebter Sohn können ihn von seinem Pfad abbringen, der ihn alles für den Job aufopfern lässt.
«The Good Shepherd» ist ein träge inszenierter, gefühlskalter Polit-Thriller, der stellenweise fast schon quälend langweilig daherkommt. Damon enttäuscht als Hauptdarsteller, da seine Rolle von ihm in erster Linie verlangt, wenig zu sagen und mehr mit dem puren Ausdruck zu arbeiten. Doch viel gibt es da nicht zu sehen. Hier wird denn auch deutlich, dass er mit seiner Mimik allein keine Szene tragen kann. Andere Schauspieler haben das drauf, er definitiv nicht. Einzig als Mädchen verkleidet bringt Matt Damon während einer Studenten-Theateraufführung das Publikum zum Lachen - da ist er richtig gut, lebendig und... menschlich.
Die steten Zeitsprünge vor und zurück verwirren. Das Make Up ist einem in dieser Hinsicht auch nicht gerade eine Hilfe - die Schauspieler, allen voran Matt Damon, sehen über 30 Jahre hinweg immer gleich aus. Bis auf Angelina Jolie und ihren Sohn Eddie, der im Laufe der Jahre immerhin erwachsen wird.
Regisseur Robert De Niro tut leider wenig dafür, dass sein Film verständlich ist. Und die vorhin erwähnten Zeitsprünge tragen ihr übriges dazu bei, dass selbst aufmerksame Zuschauer immer wieder mal einen Moment brauchen, um sich orientieren zu können, wo einen der Handlungsstrang jetzt wieder hin verschlagen hat. [Dominique Zahnd]
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