«Hui Buh» ist das einzige behördlich zugelassene Gespenst auf Schloss Burgeck und das schon seit 500 Jahren. Nur ist Hui Buh nicht gerade Meister seines Fachs. Auf biegen und brechen versucht er gruslig zu sein, erntet aber nur Augenrollen und ist mehr Freund als Feind der Burgbewohner. Das ist die Geschichte der Hörspielserie von Eberhard Alexander-Burgh, die vor allem in Deutschland Generationen von Kindern in den Schlaf gewogen hat. Ein viel versprechender Stoff für eine filmische Adaption, haben sich der Regisseur Sebastian Niemann und seine Drehbuchautoren wohl gedacht.
Und wirklich, das Cast des Films lässt sich sehen: Michael Herbig («Bully») als animiertes Schlossgespenst Hui Buh und sein «Bullyparade» Kollege Rick Kavanian als französischer Adjudant Charles haben zusammen bereits Comedyhits wie «Der Schuh des Manitu» oder «(T)Raumschiff Surprise» verbrochen. Dazu stösst Christoph Maria Herbst als König Julius der 111. sowie - einigermassen überraschend anzutreffen im Comedygenre- Heike Makatsch als böse Leonora Gräfin von Etepetete.
Und das geht so: Hui Buh wird in seiner 500 jährigen Ruhe auf Schloss Burgeck gestört, weil König Julius 111. gedenkt den Familienbesitz wieder zu beleben und bald seine Angebetete Leonara zu heiraten. Wenn Hui Buh schon nicht gruselig ist, so kann er immerhin unheimlich nerven und den Empfang der Gräfin im Schloss mächtig stören. Das führt dazu, dass König Julius in seiner Wut Hui Buhs Geisterlizenz verbrennt und nicht ahnt, wie folgenschwer diese Tat für alle Beteiligten ist. Ein Schlossgespenst ohne Geisterlizenz ist eben kein richtiges Gespenst mehr und landet automatisch in der gefürchteten Seelensuppe. Und als entmachtetes Gespenst kann Hui Buh nicht mehr durch Wände gehen. Das müsste er aber um in die verborgene Schatzkammer zu geraten, die wiederum die Existenz des bankrotten König Julius retten soll. So wäscht eine Hand die andere: Julius begleitet Hui Buh in die Geisterstadt und hilft ihm seine Geisterprüfung zu wiederholen.
Bereits diese Ausgangslage hält jede Menge Spasselemente vor allem für Kinder bereit. Die Figur des Sohnes der Kammerzofe Konstanzia, der sich ebenfalls in die Geisterstadt begibt, weil er hofft, dort seinen verstorbenen Vater als Geist wieder zu sehen, peppt das Kinder-Identifikationspotential zusätzlich auf. Für die Kleinen ist also gesorgt. Eine gewohnt hohe Gagdichte mit den obligaten Slapstickelementen und Pipikakagags will jedoch auch die Erwachsenen zum lachen bringen. Wer so oft schiesst trifft zwar auch von Zeit zu Zeit ins Schwarze, der Film ist aber insgesamt ungefähr so erfolgreich lustig, wie Hui Buh gruselig ist. Für grosse Momente sorgen immerhin Hans Clarin in der letzten Rolle vor seinem Tod als Kastellan von Schloss Burgeck oder Oliver Pocher als Stockwerkansager mit Xylophon im Aufzug der Geisterstadt.
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