Dass das neuste Werk von Pixar-Mastermind John Lasseter nicht restlos überzeugt, liegt ausgerechnet an der Story. Dabei besagt doch die alte Disney-Weisheit, dass Animationsfilme primär über die witzigen Nebenfiguren funktionieren. So ganz lassen sich Story und Personal aber eben nicht auseinanderhalten. - Aber hübsch der Reihe nach: Hauptfigur von Cars ist der arrogante Rennbolide Lightning McQueen, der kurz vor seinem ganz grossen Triumph - wortwörtlich - aus der Bahn geworfen wird und in 'Radiator Springs' landet, einem Kaff fernab des Highways.
'Radiator Springs' ist einer jener Orte, an dem noch zueinander gehalten wird, und natürlich wird auch der glamoursüchtige Egowagen Lightning hier seine Läuterung erfahren. Man kennt sie, die Geschichte vom Grossstadt-Kotzbrocken, der erst in der Provinz zu sich selbst findet, und es wäre auch nichts gegen diese Story einzuwenden, wenn der Film sie nicht so ernst nehmen würde.
Natürlich fehlt es auch in «Cars» nicht an zahlreichen urkomischen Momenten; die Idee, Autos zum Leben zu erwecken, funktioniert erstaunlich gut, und Szenen wie die Kurzauftritte der automobilisierten Versionen von Larry King und Arnold Schwarzenegger sind echte Juwelen. Und in Sachen visueller Pracht macht Pixar ohnehin niemand etwas vor; dieses Mal sind es vor allem die weiten Landschaften entlang der Route 66, die zu begeistern wissen.
Trotz alledem, und obwohl der Abspann von «Cars» zum witzigsten gehört, was diesen Sommer auf der Kinoleinwand zu sehen war, wirkt der Film insgesamt ein wenig lau. Man konzentriert sich zu sehr auf die abgelutschte Geschichte und hält die Gagquote zu tief. Obwohl es um Rennwagen geht, fehlt es an Drive. Lightning ist eine herzlich uninteressante Figur wie auch die meisten Einwohner von 'Radiator Springs', und selbst der schrotreife Pickup Mater, der die Rolle des lustigen Sidekicks übernehmen soll, ist nur begrenzt komisch. Das Ergebnis ist zwar ganz unterhaltsam, reicht aber nicht an die bisherigen Pixar-Geniestreiche heran.