Lonesome Jim
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Filmkritik

Home, Sweet Home!

Nach Matt Dillons Säufer in «Factotum» machen wir nun dank Steve Buscemi als Regisseur schon wieder Bekanntschaft mit einem klassischen Verlierer im Independent-Kino. Man nehme: Ein Provinznest, schräge Bewohner, einen Schuss Alkohol und Drogen sowie eine Prise Liebe - und fertig ist das kurzweilige, fröhlich-trübe Geschichtchen.

Jim (Casey Affleck; ja, verbrüdert mit Ben Affleck) wollte eigentlich in New York seinen Lebensunterhalt als Schriftsteller verdienen, stattdessen war er um den Unterhalt kläffender Vierbeiner besorgt, Hundesitter nennt man das. Es folgt, was folgen muss: Jim macht sich auf die Reise zurück zu seinen Wurzeln, ins verschlafene Provinznest Goshen, Indiana. Dort warten seine knuddelig-schrille Mutter, der teilnahmslose Vater und der suizidale Bruder auf ihn, der Jim den Platz als grösste Null im Haus streitig macht.

Die schräge Familie wäre Grund genug, sich wieder ins Hundesitter-Business zu stürzen - wäre. Denn in einer Bar des Kaffs lernt Jim eines Abends die hübsche, allein erziehende Mutter Anika (Liv Tyler) kennen. Ein paar Drinks später setzen die beiden ihr Techtelmechtel im Bett fort. Für Jim Grund genug, sein erbärmliches Leben noch eine Weile in Goshen zu fristen.

Zugegeben, die grobkörnig und farblos abgefilmte Geschichte wäre ziemlich deprimierend - gemäss Jim: «a fucking tragedy» - hätte nicht der ausgefuchste Independent-Mime Steve Buscemi Regie geführt. Selber ein Flair für skurrile Rollen besitzend, versteht er es, die komischen Momente bzw. Charaktere des Drehbuchs hervorzuheben und sie zusammen mit dem teils plätschernden, teils erheiternden Soundtrack dem Elend der Provinz gegenüberzustellen. Die Schauspieler fügen sich souverän und auf das nötige Understatement bedacht (böse Zungen würden von Mittelmass sprechen) ins Ganze ein.

Vor ein paar Wochen hat sich Matt Dillon als Alter Ego des Rauch und Schnaps-Literaten Charles Bukowski eher schlecht als recht durchs Leben gehurt, der einsame Jim tut ihm dies auf ähnlich plan- und hoffnungslose Weise gleich. «Lonesome Jim» ist wahrlich kein Film grosser Worte oder Taten. Aber eine gelungene Hommage an jene Autoren, bei Jim hängen sie als Ahnengalerie im ehemaligen Kinderzimmer, die ihre schöpferischen Kräfte aus Alkohol, Nikotin und dem eigenen Elend speisten. Wie mit ihren Geschichten ohne Anfang, Ende oder Plan verhält es sich mit «Jim»: Entweder man mag ihn - oder eben nicht.

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Martin Unfähig glücklich zu sein. Es ist eine lustige Tragödie oder eine traurige Komödie. Je nach dem worauf man die individuelle Betonung legen mag. Die Figuren sind äußerst cool und nehmen sich emotional ...
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