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Solino - Filmkritik

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Land (Jahr): Deutschland (2003)
Genre:Comedy
Filmlänge:120min
Regie:Fatih Akin
Kinostart:29.05.2003
Verleih:Filmcoopi Zürich
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Ewig lockt der Süden

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Die erste Pizzeria im Ruhrpott war ein gewaltiges Ereignis. Der in Deutschland aufgewachsene türkische Filmemacher Fatih Akin zeichnet die fiktive Chronik einer Secondo-Familie und verliert sich in schwärmerischer Italophilie.

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Der Anfang ist voller Schwung: In den Sechzigerjahren beschliesst Romano (Gigi Savoia) mit Frau Rosa (Antonella Attili) und den Söhnen Gigi (Nicola Cutrignelli) und Giancarlo (Michele Ranieri) von Süditalien ins graue Duisburg zu ziehen - was die Motivation für diese lebensverändernde Entscheidung war, wird ausgeblendet.

Die Frau des Hauses ist nicht besonders begeistert. Und um sich ein Stück Heimat ins fremde Land zu holen, beschliesst die Familie, eine Pizzeria zu eröffnen. Mamma kocht. Papa serviert. Der Ort wird zunächst Treffpunkt für die Gastarbeiter, dann Quartierereignis und schliesslich kommen gar die Leute vom Film vorbei.

Es sind die Details in der Ausstattung, die authentische Besetzung und die kleinen Anekdoten über die kulturellen Differenzen aus der Kellerküche und Quartierstrasse, die in dieser Phase der Films mitreissen. Dann trifft man dieselbe Familie 20 Jahre später wieder – immer noch auf der Suche nach ihrem Glück, doch hat jedes einzelne Mitglied in Zwischenzeit eigene Träume entwickelt.

Deutschland-Star Moritz Bleibtreu spielt überzeugend den etwas grobschlächtigen erwachsenen Giancarlo, der sich mit Gaunereien durchschlägt, mit Drogen experimentiert und die Freundin seines Bruders begehrt (Patrycia Ziolkowska). Barnaby Metschurat ist als stets viel erfolgreicherer Bruder Gigi besetzt, der seine ersten Gehversuche als Filmer macht – und lässt in seiner Interpretation beim besten Willen keine italienische Abstammung erkennen.

Visuell bezieht sich Regisseur Fatih Akin («Im Juli») auf die italienische Filmgeschichte, insbesondere den Neorealismus. Doch der Tiefgang, den die Optik des Films verspricht, wird auf inhaltlicher Ebene kaum gehalten.Von Träumen, Liebe, Verrat, Trennung und Tod will Akin erzählen und endet auf dem Niveau von «Pizza, Pasta und La Famiglia». Bruderzwist, betrügende Mannsbilder und rasende Leidenschaft mögen zwar untrennbar mit Italianita assoziiert werden – jene Themen anzureissen genügt aber nicht, um über eine oberflächliche Nostalgie hinauszukommen. [Andrea Bleuler]

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