Once Upon a Time in Mexico - Filmkritik
| Aka Titel: | Irgendwann in Mexico |
| Land (Jahr): | USA (2003) |
| Filmlänge: | 97min |
| Regie: | Robert Rodriguez |
| Kinostart: | 31.12.2003 |
| 24.12.2003 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Robert Rodriguez |
| Verleih: | Walt Disney Switzerland |
Tequila-Bumm-Bumm!
Robert Rodriguez füttert mit seiner Actionkomödie den Mariachi-Mythos weiter mit Schiesspulver und einem Feuerwerk an Gags. Mittendrin: eine Starbesetzung und Schmusebarde Enrique Iglesias.
Ein flamboyanter CIA-Agent, der seine Gegner mit einem künstlichem Arm narrt, um unverhofft eine Knarre in der echten Hand im Anschlag zu halten - eine typische Figur aus Robert Rodriguez' Schelmenstück «Once Upon a Time in Mexico». Dieser Running-Gag ist Programm: Was sich Quentin Tarantinos Busenfreund an Kapriolen hat einfallen lassen, passt schlichtweg auf keine Kuhhaut. Der Aufwand, dem Plot zu folgen, braucht gar nicht erst betrieben zu werden, um diesen Neo-Western nach Kräften zu geniessen - das Feuerwerk an (oft auch visuellen) Pointen zieht effektiv in seinen Bann.
Dennoch hier die Handlung in groben Zügen: Besagten CIA-Spion Sands gibt Johnny Depp in einer nach «Pirates of the Carribean» weiteren überaus charmant durchgeknallten Rolle. Amerikas geheimer Agent in Mexiko hat von einem Mariachi (Antonio Banderas) Wind bekommen, der mit Drogenbaron Barillo (Willem Dafoe) noch gewaltig ein Hühnchen zu rupfen hat. Das trifft sich gut, denn auf Barillo hat es seinerseits auch Sands abgesehen.
Als einer von den zwei Waffenbrüdern des Mariachi gibt kein Geringerer als Teenieschwarm Enrique Iglesias seinen Einstand auf der Leinwand. Spätestens hier drängt sich Johnny Depps Antiheld Sands als Sympathieträger in den Vordergrund: Banderas, der als cooler Pistolero das Knäblein Enrique Iglesias umarmt, da krümmt sich der «El Mariachi»-Aficionado. Linderung gibts glücklicherweise in der Person von Mickey Rourke, der allzu lange einzig in Kleinstrollen zu sehen war. Hier beweist das charismatische Raubein als gänzlich unberechenbare rechte Hand des Drogenbarons endlich wieder einmal seine unheimliche Leinwandpräsenz.
Mit 7'000 Dollar hatte Robert Rodriguez anno 1992 seinen ersten «El Mariachi»-Streifen gedreht. Drei Jahre später standen dem Film-Autodidakt für das Hollywood-Sequel «Desperado» mit Antonio Banderas bereits 3 Millionen zur Verfügung. Das zehnfache dieses Betrages durfte Rodriguez nun wiederum für «Once Upon a Time in Mexico» buchstäblich verpulvern. Bevor der Filmemacher vielleicht bald mit gar schon 300 Millionen Dollar erneut die Erde Mexikos mit dem Blut tapferer Helden und schmieriger Bösewichter tränkt, sollte er es nun vielleicht gut sein lassen. Eine noch fetzigere und amüsantere «El Mariachi»-Variante dürfte ihm nämlich kaum mehr gelingen. [Simon Kern]
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