Lost In La Mancha - Filmkritik
| Land (Jahr): | Grossbritannien, USA (2003) |
| Genre: | Documentary |
| Filmlänge: | 93min |
| Regie: | Keith Fulton |
| Louis Pepe | |
| Kinostart: | 28.08.2003 |
| 28.04.2004 (Romandie) |
Potentielles Chaos, realisiert
Ex-Monty-Python Terry Gilliam wollte «Don Quixote» mit Johnny Depp in einer Hauptrolle auf die Leinwand bringen und hat sich an dem Projekt die Zähne ausgebissen. Doch das Debakel ist hiermit zumindest dokumentiert.
Nach zehn Jahren Vorbereitungen, zwei missglückten Drehstarts und nur sechs Drehtagen musste Terry Gilliam («Brazil», «Twelve Monkeys») seinen grossen Traum, «Don Quixote» zu verfilmen, bis auf weiteres auf Eis legen. Trotz Traumbesetzung - Johnny Depp, Vanessa Paradis und Jean Rochefort als Don Quixote – und einem für europäische Verhältnisse ansehnlichen Budget von 32 Millionen Dollar ist «The Man who killed Don Quichote» bis dato nur in der Illusion existent, ganz im Geist von Cervantes Roman.
Keith Fulton und Louis Pepe, die bereits für «Twelve Monkeys» eine Hinter-den-Kulissen-Dokumentation («The Hamster Factor and Other Tales of Twelve Monkeys») realisierten, haben festgehalten, wie dieses ambitiöse Projekt von keinem Unglück verschont worden ist.
«Es gibt hier ein grosses Potential für Chaos», bemerkt Terry Gilliam bereits während den Vorbereitungen. Doch was sich dann ereignet - so zeigt die Dokumentation - lässt sogar jenen Filmemacher sprachlos werden, dessen Werke regelmässig finanziell und organisatorisch ausser Kontrolle geraten: Vom Filmstudio mit akustisch unmöglichen Bedingungen über sintflutartige Regenfälle, die das ganze Filmmaterial fortschwemmen bis zum gesundheitlich bedingten Ausfall des Hauptdarstellers ist alles mit dabei.
Gilliams Chronisten wagen es, unterschwellig zu vermitteln, dass «Don Quixote» generell nicht vefilmbar wäre. Dabei führen sie ins Feld, dass selbst Orson Welles nach jahrzehntelanger Arbeit an diesem Vorhaben scheiterte, gehen aber in keiner Weise auf zu Ende gebrachte Quixote-Projekte (von Pabst, Kozintsev, Hiller und diverse TV-Verfilmungen) ein.
Unverständlicherweise wird hingegen Gilliams Seelenverwandtschaft mit Don Quixote – sie sind beide in eine phantastische Idee vernarrte Idealisten – nicht weiter unter die Lupe genommen. Von seinem sagenumwitterten Stil, Filme zu realisieren, sickert ebenfalls wenig durch, und selbst die Stars sind höchst selten zu begutachten.
Stattdessen sind unspektakuläre Produktions-Meetings und ihre nervlich angespannten Protagonisten in eine dramaturgisch unmotivierte Struktur eingepflanzt. Animationen in altbekannter Monty Python-Manier sorgen für eine nostalgisch geprägte Form von Humor: Fulton und Pepe sind nicht in der Lage, für ihre Glosse eine eigene Handschrift zu finden.
«Lost in la Mancha» erreicht den Höhepunkt an emotionaler Beklemmung an jenem Tag, als Investoren den Drehort besuchen und zum Gruppenphoto antreten, während sich die Versicherungsinspektoren ein Bild der desaströsen Lage machen. Phantast Terry Gilliam dabei an der Realität zerbrechen zu sehen, schmerzt an sich schon ungemein.
[Andrea Bleuler]
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Vince: der dokumentarfilm hat seine schwächen und kann, w... |
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Adrian: Tja, da haben wir nun mal was anderes im Kino. So ... |

