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I Am Sam

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 Filmkritik
«I Am Sam»: Bewertung der Redaktion
Fast nur die Liebe zählt

Kann ein geistig behinderter Mensch ein Kind erziehen? Oder einfacher gefragt: Ist Liebe alles, was ein Kind braucht? Fast, sagt Jessie Nelson mit «I Am Sam», einem fabelhaften Sean Penn und der atemberaubenden Michelle Pfeiffer. Das ist schön. Zu schön?

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Der geistig behinderte Sam (Sean Penn), ein, wie die Amerikaner sagen, geistig Herausgeforderter, wird allein erziehender Vater. Ein erwachsener Mann, im Geiste sieben Jahre alt und zwar sein ganzes Leben lang, steht vor der Herausforderung ein Kind zu erziehen. Der ist er nicht gewachsen, sagt Vater Staat, und steckt die süsse, kluge, kleine Lucy (Dakota Fanning) ins Kinderheim. Lucy gehört zu mir, sagt Sam, denn ich liebe sie, und sie liebt mich, und wir gehören so zusammen, wie auch John Lennon UND Paul McCartney zusammen gehörten, denn sonst wäre nie ein so schöner Song wie «Michelle» zustande gekommen. Sagt's, der Beatles-Verrückte und geht vor Gericht. Und weil auch geistig Herausgefordete Glück haben im Leben, trifft er die Anwältin Rita Harrison (Michelle Pfeiffer). Mit ihrer Hilfe kämpft er um seine Tochter. Der Kampf ist nur am Anfang aussichtslos.

Manches ist gut an Jessie Nelsons zweitem Spielfilm. Sean Penn, zum Beispiel. Der hat seinen «Rainman» gut drauf. Der Gang mit dem leicht gesenkten Haupt in der bis unter die Schultern hochgezogenen Hose hat ihm fast einen Oscar eingebracht. Fast. Nicht allein seine Socken waren wohl eine Spur zu weiss. Michelle Pfeiffer ist so famos, wie sie immer noch aussieht, auch wenn sie im Film das Gegenteil behauptet. Zwischen den Behinderten und den Schauspielern, die es zu sein vorgeben, merkt man keinen Unterschied. Der Ernst des Themas, so sagt Freund leichter Muse, wird aufgewogen durch manch komischen Augenblick mit Sam und seinen drolligen Freunden. Und der Soundtrack ist toll, auch wenn man die Beatles selber nicht mehr hören mag. Aus rechtlichen Gründen wurde gecovert. Nick Cave tut es, und andere auch. Richtig schön.

Aber das ist im Grunde alles schöne Oberfläche. Die zentrale Frage, die sich der Film gefallen lassen muss, ist, ob seinem Betrachter nicht die Meinung, geistig Behinderte können Kinder erziehen, wenn sie nur lieben, so aufgezwungen wird, dass man sich fühlt, als trage man Kleider, in die sogenannt normale Menschen Behinderte zu stecken pflegen. Jein, so darf man antworten, weil der Film zum Schluss einen schönen Kompromiss vorschlägt. Haarscharf entgeht Jessie Nelson so einer allzu naiven Botschaft, die ihr aus dem amerikanischen Dogma des «You can do it» und der Heiligsprechung der Familie als der einzig menschlichen Lebensform zu erwachsen droht. Entgeht, sage ich. Und darum gehen auch Sie jetzt. Den Film kucken. [Stefan Gubser]


 Eure Kommentare

Tobias: berührend, eindrucksvoll und schauspielerisch sehr gut untermaue...
Eva: Es ist einfach zum heulen schön
Dominique: Einfach bewegend! Super Schauspieler!!
John: einer der besten filme die ich kenne. Als meine Freundin sagte ...
John: Sean Penn ist OscarReif und Lucy ist UMWERFEND !
Jörg: ich glaube er ist der realität sehr nah

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 Abspann
Originaltitel: I Am Sam
Deutscher Titel: Ich bin Sam
Land (Jahr): USA (2002)
Genre: Drama
Besetzung: Sean Penn, Michelle Pfeiffer
Regie: Jessie Nelson
Verleih: 20th Century Fox Film Corporation
Startdatum: 09.05.2002 (Deutschschweiz)



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