Zoolander
Home Cinema
1
users

Filmkritik

Aus dem schwierigen Leben eines Supermodels

Es ist in der Tat schrecklich. Malaysia hat einen neuen Präsidenten gewählt und dieser hat sich öffentlich vorgenommen, in seinem Land, die Kinderarbeit abzuschaffen. Dies kommt für die Modeindustrie einer Katastrophe gleich, denn wo sonst sollen sie jetzt ihre neuen Kollektionen preiswert herstellen lassen? Es gibt nur eine Lösung: Der Präsident muss beseitigt werden. Und der exzentrische Designer Mugatu weiss auch schon, wer dies für ihn erledigen soll: Derek Zoolander (Ben Stiller), ein seit Jahren erfolgreiches, inzwischen in die Jahre gekommenes Supermodel.

Zoolander ist etwas unterbelichtet und deshalb, so findet Mugatu, entsprechend leicht zu manipulieren. Derweil befindet sich dieser in der grössten Krise seines Lebens, seit er den Titel «Männliches Model des Jahres» an seinen Erzrivalen, den blonden Surfer-Dude Hansel (Owen Wilson) hat abgeben müssen. Auch ein Besuch bei seinem Vater, der eigentlich der Rückbesinnung auf mögliche innere Werte dienen sollte, endet in einem Fiasko. Da kommt die Einladung Mugatus zur nächsten Fashion-Show gerade richtig. Doch Derek Zoolander ahnt natürlich nicht, dass er mittels Gehirnwäsche dazu gebracht werden soll, den Ehrengast der Show umzubringen - den Präsidenten aus Malaysia.

Ben Stiller ist bei uns hauptsächlich durch seine Rollen in «Meet the Parents» und «There's something about Mary» als Schauspieler bekannt geworden, hat aber bereits früher selber Filme gedreht. «Zoolander» ist nach «The Cable Guy» und «Reality Bites» bereits seine dritte Regiearbeit. Die Figur des Derek Zoolander basiert auf einem Comedy-Charakter, den Stiller selber zusammen mit dem Autor und Produzenten der MTV Movie Awards, Drake Sather, 1996 für die «VH1/Vogue Fashion Awards» kreiert hatte. Gedreht wurde vergangenes Jahr in den Werbepausen während ebendieser Awards Show in New York. Dies erklärt wohl auch, warum sich so viele Promis für einen Kurzauftritt im Film zur Verfügung gestellt haben. Natalie Portman, Winona Ryder, Donald Trump, Christian Slater, Heidi Klum, Claudia Schiffer und Fabio sind nur einige der Stars, die sich nicht zu schön waren, einen Moment lang für «Zoolander» vor die Kamera zu treten. Mit von der Partie sind ausserdem Ben Stillers Vater Jerry Stiller, seine Mutter Ane Meara, seine Frau Christine Taylor und seine Schwester Amy Stiller.

Inzwischen scheinen einige Leute schon lachen zu müssen, wenn sie Ben Stiller nur sehen. Doch dass «Zoolander» auf einem Sketch basiert, merkt man dem Film leider nur zu gut an. Die sehr dünne Handlung dient in erster Linie dazu, jede Menge Gags aneinanderzureihen. Dabei schreckt die Produktion auch nicht vor peinlichen Anspielungen auf Kinderarbeit zurück. Alle Figuren sind entweder böse oder dämlich, aber wenigstens liebenswert. Und wenn anfänglich die ironischen Anspielungen auf die Eitelkeiten der Modebranche noch ganz unterhaltend sind, wird spätestens nach 20 Minuten klar, dass sie einfach zu wenig Biss haben, um «Zoolander» zur Satire zu machen.

Was bleibt ist ein nettes Filmchen, das 90 Minuten lang von einer Idee lebt und daraus nichts zu machen weiss. Darüber können auch all die Kurzauftritte der Stars nicht hinwegtäuschen, von denen sich mittlerweile wohl der eine oder andere fragen mag, wozu er oder sie sich da hat hinreissen lassen.

Mehr Filmkritiken

The Croods

Steinzeitfamilie muss in einer fremden Welt ein neues Zuhause finden. Animiertes Familienabenteuer aus dem Hause Dreamworks. mehr...

Iron Man 3

Im dritten Teil der Comic-Verfilmung muss Robert Downey Jr. als gepanzerter Superheld gegen Ben Kingsley kämpfen. mehr...

Oblivion

Tom Cruise repariert Drohnen, die Aliens jagen und vernichten: Sci-Fi-Action von "Tron: Legacy"-Regisseur Joseph Kosinski. mehr...

Nachtzug nach Lissabon

Schweizer Professor gibt sein zurückgezogenes Leben auf und begibt sich auf eine waghalsige Reise. Bestsellerverfilmung. mehr...

G.I. Joe: Retaliation

Hasbros Spielzeugsoldaten kämpfen dort weiter, wo sie im ersten Teil aufgehört haben. Mit Bruce Willis und Channing Tatum. mehr...

I Give it a Year

Ein ungleiches Paar (Rose Byrne und Rafe Spall) kämpft um seine Liebe. Komödie von "Borat"-Produzent Dan Mazer. mehr...

Identity Thief

Melissa McCarthy stiehlt Jason Batemans Identität. Komödie von «Horrible Bosses»-Regisseur Seth Gordon. mehr...

Los amantes pasajeros

Pedro Almodóvar versetzt die Flugpassagiere der First Class in feuchtfröhliche Ausnahmezustände. mehr...

Community

SEAT Movie Charts
5
27
4
37
3
32
2
34
1
47
2.8
177 User
Mein Kommentar
member img
61 Kommentare
member img
Pascal

Der Typ ist gay.
member img
Lorenz

Gaga von anfang bis schluss
member img
Claudio

lustig, teils langweilig
member img
Ivo

Entäuschend, gibt aber schlechtere Filme.
member img
tanscha

na da sieht man s wieder einmal....
member img
Wiley

Ben Stiller ist funny, aber das ganze ist ein bisschen lang
member img
Matthias

Ein bisschen dumm, aber die warheit ist hart :-)
member img
Tom

dumm, dümmer, zoolander, ein megaentäuschender Film von Ben
member img
Daniel

gelungene Komödie
member img
Sivani

Unterhaltsam.
61 Kommentare

SEAT Movie Charts

Erfahre mit den SEAT Movie Charts, welches die beliebtesten Kinofilme der Schweiz sind!

Bewerte und kommentiere selber Kinofilme und gewinne mit etwas Glück einen SEAT New Leon.

  = miserabel
  = kaum sehenswert
  = Mittelmass
  = gut
  = Meisterwerk