Shallow Hal
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Filmkritik

Politisch schwer korrekt

Die Gebrüder Farrelly sind bekannt für ihren besonderen Humor, den sie oftmals sehr unterhaltsam umsetzen. In «Shallow Hal» machen sie sich nun über Übergewichtige lustig, sind dabei aber viel zu rücksichtsvoll.

Schönheit, so besagt ein englisches Sprichwort, ruht in den Augen des Betrachters. Neben persönlichen Ansichten über die Schönheit gibt es aber immer auch ein allgemeingültiges Schönheitsideal, das von einem Grossteil der Gesellschaft geteilt wird. Besonders in den Gemälden der letzten Jahrhunderte ist ersichtlich, dass sich diese Ideale immer wieder geändert haben. In vielen Zeitabschnitten sind die abgebildeten weiblichen Körper wohlgeformt und an manchen Stellen wunderschön gerundet. Spätestens seit 20 Jahren wird der Inbegriff von Beauty aber hauptsächlich durch die Abbildungen auf Plakatleinwänden, in Werbespots und auf Zeitschriftenhüllen definiert. Dort tummeln sich vor allem magersüchtige Models, deren Gesichtsformen sich erschreckend ähnlich sind. Auch die Farrelly Brothers haben sich ihre Gedanken zu diesem Schönheitswahn gemacht.

Im Zentrum von ihrer Komödie «Shallow Hal» steht - wie es der Titel sagt - der oberflächliche Hal (Jack Black, «High Fidelity»), dessen Oberflächlichkeit auf einem Versprechen basiert, das er als neunjähriger Junge seinem sterbenden Vater gegeben hat. Hal soll sich bloss nicht verlieben, denn diesen Fehler hat sein Vater bereits selbst gemacht. Stattdessen soll er darauf achten, möglichst hübsche Frauen zu erobern. Diesen Wunsch versucht Hal in der Folge zu erfüllen, allerdings mit wenig Erfolg, da er selber nicht gerade der umwerfendste Typ ist. Da begegnet er dem Selbsthilfe-Guru Tony Robbins, der Hal von seiner Sucht nach oberflächlicher Schönheit heilt. In Zukunft soll Hal nur noch die innere Schönheit der Menschen sehen. Mit Entsetzen muss Hals bester Freund Mauricio (Jason Alexander, «Seinfeld») feststellen, dass Hal sich nur noch mit Frauen einlässt, die sich nach Mauricios Einschätzung besser nur im Dunkeln aus dem Haus wagen sollten. Besonders die vollschlanke Rosemary (Gwyneth Paltrow, «Shakespeare in Love») hat es Hal angetan - in seinen Augen ist sie eine hübsche, schlanke Blondine. Dies führt dazu, dass er sich über Rosemarys fehlendes Selbstvertrauen, zusammenbrechende Stühle und andere Eigentümlichkeiten wundern muss. Mauricio gelingt es aber schliesslich, seinen Freund Hal in dessen oberflächlichen Urzustand zurück zu versetzen, weshalb Hal plötzlich vor einer schwerwiegenden Entscheidung steht: Soll er weiterhin seiner Libido vertrauen oder von nun an auf sein Herz hören?

Wenn die Meister der seichten Unterhaltung plötzlich eine Komödie über die Schönheitsideale der modernen Gesellschaft liefern, dann dürfen sich hässliche Menschen wohl keine Schonung erhoffen. Nur stellt sich hier die Frage, ob sich die Farrellys vielleicht nicht im Schönheitsbild vergriffen haben. Sind ein paar Pfunde mehr Körpergewicht bereits ein Zeichen von Hässlichkeit? Durch die Figur von Gwyneth Paltrow in einem Fettanzug haben die Farrellys auf jeden Fall zusätzliche Kilos mit Hässlichkeit gleichgesetzt. So zeigten sich viele übergewichtige Menschen empört darüber, dass die innere Schönheit von Gwyneth Paltrows Figur durch ihr schlankes Selbst verkörpert wird, sie für ihr eigentliches Erscheinungsbild aber eine dicke Fettschicht tragen muss. Ein solcher Einwand ist an dieser Stelle aber falsch, denn angesichts der Gewinnerinnen von Schönheitswettbewerben müssten solche Bedenken an anderer Stelle zu weitaus grösseren Protesten führen. Den Vorwurf der eigenen Oberflächlichkeit müssen die Farrellys daher nicht auf sich sitzen lassen, ihr Film wird dadurch aber keineswegs besser.

«Shallow Hal» hat zwar manche vergnügliche Stellen, und ist zwischendurch auch so unverschämt witzig wie «There's Something About Mary» oder «Me, Myself and Irene». Es entsteht aber bald einmal der Eindruck, dass sich die Brüder Farrelly nicht entscheiden konnten, ob sie nun eine romantische oder eine geschmacklose Komödie inszenieren wollten. Eine Durchmischung der Elemente ist nicht unmöglich, was sie mit ihrem Drehbuch zu «Outside Providence» bewiesen haben. Selber im Regiestuhl scheinen sie jedoch nicht in der Lage zu sein, den Schauspielern die dafür erforderliche Leistung zu entlocken. Der Respekt, den die Farrellys ihren Figuren entgegen bringen, ist zwar lobenswert, doch leider hat der Unterhaltungswert des Films darunter zu leiden. Politische Korrektheit war bisher noch nie das Markenzeichen der Farrellys, und ein bisschen mehr Respektlosigkeit hätte «Shallow Hal» bestimmt nicht geschadet.

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Mein Kommentar
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23 Kommentare
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Pascal

Shallow Hal. Selten witztig, aber mit Tiefgang
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Arina

einfach peinlich
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Christian

es war sehr unterhaltsam
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Simone

Eine "stinknormale" Komödie
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Lisa Lea

hmm, einfach gemein!!!
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Roland

Paltrow spielt einfach gut!
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Laura

Es ist ein wahnsinnig lustiger Film!!!
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Muriel

Langweilig, ohne richtigen Witz, nicht empfehlenswert!
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Tina

isch luschtig
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Jayzee

Teilweise unter der Gürtellinie, aber Besuch wert!
23 Kommentare

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