Jay and Silent Bob Strike Back - Filmkritik
| Aka Titel: | Jay und Silent Bob schlagen zurück |
| Land (Jahr): | USA (2001) |
| Genre: | Comedy |
| Regie: | Kevin Smith |
| Kinostart: | 02.05.2002 |
| Drehbuch: | Kevin Smith |
| Kamera: | Jamie Anderson (I) |
| Komponist: | James L. Venable |
Abschiedsmarsch zweier Deppen
Seit seinem zweiten Film «Clerks» versammelt Kevin Smith immer wieder die gleichen Schauspieler und Figuren in seinen Filmen und übt sich fleissig in Selbstreferenz. Mit «Clerks», «Mallrats», «Chasing Amy» und «Dogma» hat er so ein lose zusammenhängendes Universum geschaffen, in dem sich regelmässig Ben Affleck, Matt Damon oder Alanis Morissette herumtreiben. Seine besondere Liebe gehört aber den zwei Figuren, die er jetzt zu Grabe trägt: Jay and Silent Bob.
Jay (Jason Mewes) ist ein dauerkiffender, sexbesessener Verlierer, der in ständiger Begleitung seines wortkargen Kumpels Silent Bob (Kevin Smith selbst) mit Vorliebe vor einem Gemischtwarenladen in New Jersey herumhängt. Dort schwätzt das Albtraumpaar über Gott, die Welt, Drogen und Frauen und leistet sonst keine nennenswerten Beiträge zum Wohlbefinden der Menschheit.
Als der Zeichner Holden (Ben Affleck) ihnen allerdings eröffnet, dass im fernen Hollywood ein Film gedreht wird, der auf seinen «Bluntman and Chronic»-Comics basiert, erwachen die beiden Schlafsäcke aus ihrer Lethargie. Sie selbst sind nämlich die lebenden Vorbilder für Bluntman und Chronic, und wer einen Film daraus macht, soll gefälligst vorher fragen oder zumindest kräftig zahlen. Es hilft nur ein Trip nach Kalifornien, um die Dreharbeiten zu sabotieren
Dieser Abschiedsmarsch führt Jay und Silent Bob durch lahme Gags, zweifelhaften Slapstick, allerlei pubertäre Fantasien und halbherzige Filmzitate. Der Verdacht besteht, dass Smith das Drehbuch in einer durchkifften Nacht geschrieben hat. Auf seiner Spielwiese tummeln sich Orang Utans, langbeinige, aber kurzsichtige Schönheiten (Shannon Elizabeth), zahnspangenbewehrte Pseudotierschützer (Sean William Scott) und unterbelichtete Filmstars (Jason Biggs). Mit diesen drei Schauspielern hat Smith die halbe Belegschaft von «American Pie» versammelt. Dazu stossen Ben Affleck und Matt Damon, die sich selbst spielen, wie sie gerade die Fortsetzung von «Good Will Hunting» verfilmen, und einige andere Hollywoodgrössen, die Gastauftritte absolvieren.
Als Kitt für die diversen Versatzstücke dienen ein paar anzügliche Gags und eine gehörige Portion inhaltsarmes Gelaber. Und wenn der Furz zum humoristischen Höhepunkt gerät, ist endgültig klar, dass die beiden Dorftrottel gut damit beraten sind, im Hades der Filmgeschichte zu entschwinden. Selbst wenn Silent Bob zu guter Letzt seinem Namen keine Ehre mehr macht und als Abschiedsgeschenk zwei zusammenhängende Sätzte von sich gibt. Man muss Jay und Silent Bob kennen und lieben, um den Film zu ertragen. Wer diese Bedingungen nicht erfüllt, darf den Streifen getrost einfach blöd finden.
[Bruno Amstutz]
weitersagen

