The House of Mirth
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Filmkritik

The House of Mirth

Regisseur Terence Davies («Distant Voices, Still Lives») verfilmt Edith Whartons Roman vom tiefen Fall einer Frau in New York anfangs des 20. Jahrhunderts. In der Hauptrolle glänzt "Akte X“- Star Gilian Anderson.

New York, 1905. Lily Bart (Gillian Anderson) ist eine nicht mehr ganz junge Frau, die in den besten Kreisen verkehrt und sich auf dem Höhepunkt ihrer sozialen Karriere befindet. Doch ihr Erfolg löst auch Eifersucht und Missgunst aus. Ihr einziger, bis dahin wohlwollend übersehener Makel – ein gewisser Mangel an finanzieller Sicherheit – wird zur Existenz gefährdenden Bedrohung. Der Versuch einen wohlhabenden Ehemann zu finden und damit die gesellschaftlichen Erwartungen zu erfüllen, zerstört Liliys Chance auf wahre Liebe mit dem Anwalt Lawrence Selden (Eric Stoltz). Ihre Suche nach einem passenden Gatten mündet in einem Skandal, als sie fälschlich einer Affäre mit einem verheirateten Mann bezichtigt wird.

Für Regisseur Terence Davies ist die Schriftstellerin Edith Wharton „Jane Austen ohne Handschuhe und mit Blut an den Wänden“. Beide Schriftstellerinnen eint der analytische und kritische Blick auf die Gesellschaft ihrer Zeit und im Mittelpunkt steht dabei häuft das Schicksal von Frauen. Doch während bei Jane Austen am Ende meist die Liebe triumphiert, finden Edith Whartons Geschichten selten ein Happyend. Tatsächlich erscheinen uns auch in "The House of Mirth“ von Beginn weg die höflichen Konversationen und herzlichen Freundlichkeiten aufgesetzt und falsch und lassen uns erahnen, wie anders es hinter den hübschen Fassaden aussehen mag.

Inmitten der oberen Zehntausend hat Lily Bart ihren sonnigen Platz in der sozialen Hierarchie. Obwohl finanziell abhängig, wird ihre Gesellschaft aufgrund ihrer Schönheit und ihres Charmes gerne geduldet, ja ist sogar erwünscht. Gleichzeitig ist sie als unverheiratete Frau aber auch jederzeit austauschbar. Lily ist sich dessen bewusst. „Ich bin schon zu lange hier, ich beginne die Menschen zu langweilen“, sagt sie und sie weiss, dass in ihrer Situation eine Heirat die einzige Möglichkeit darstellt, sich eine sichere Position zu schaffen. Und trotzdem kann sie sich nicht recht überwinden, eine solche Zweckheirat einzugehen. Eigentlich genügen ihr die amourösen Anspielungen mit dem Anwalt und guten Freund Lawrence Seldon und als sie die Möglichkeit sieht, durch Spekulationen ganz nebenbei noch ihre finanzielle Situation zu verbessern, wähnt sie sich in einer Sicherheit, die es für sie nicht geben kann. Sie überschätzt ihre eigene Position und nimmt sich, unbeabsichtigt, Freiheiten heraus, die ihr nicht zustehen. Aber eine Welt, in der einige wenige beiläufig ausgesprochene Worte einen Ruf ruinieren können, lässt keinen Raum für Unachtsamkeiten. Als sie merkt, wie weit an den Rand des sozialen Parketts sie schon gerutscht ist, ist es bereits zu spät.

Terence Davies verzichtet über weite Strecken fast vollständig auf Musik und verleiht seinem Film damit eine beklemmende Kargheit. "The House Of Mirth“ wird zu einem Kammerspiel über das Schicksal einer Frau, die an den Konventionen ihrer Zeit zugrunde geht.

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2 Kommentare
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Ivana

Meisterleistung von Gillian Anderson!
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Tuvok irgendwie nett, irgendwie fad, irgendwie süß. Naja der Film ist eher anspruchsvoll, saufad, wird aber nach einiger Zeit sehr spannend und einfühlsam und macht sehr nachdenklich. Wer Freunde hat hat ...
mehr

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