Wer's glaubt, wird selig
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Filmkritik

Wer’s nicht glaubt, kommt auch in den Himmel

Mit Wer früher stirbt ist länger tot wurde Marcus H. Rosenmüller über Nacht bekannt. Der urbayrische Film schaffte es, über die Weißwurst-Grenzen hinaus auch Nordlichter zu begeistern. Da Rosenmüllers weitere Filme weniger Erfolg hatten, versucht er es nun mit einer Klamotte und Christian Ulmen, um überregional bessere Chancen zu haben.

Es ist wie verflucht. Seit fünf Jahren hat es in einem kleinen Skiort nicht mehr geschneit. Das führt zu einer wirtschaftlichen Flaute und zwingt den ganzen Ort in die Knie. Besserung ist nicht in Sicht, doch als die erzreligiöse Schwiegermutter von Wirt Georg (Christian Ulmen) stirbt, hat er die rettende Idee. Wenn schon keiner zum Skifahren kommt, dann müssen es eben Wallfahrer sein! Doch dazu muss die Schwiegermutter heilig gesprochen werden. Der Vatikan entsendet tatsächlich einen Prüfer, der ihr wundervolles Wirken überprüfen soll. Doch damit er das kann, müssen Georg und seine Freunde ein paar Wunder aus dem Hut zaubern.

Rosenmüller hat seinen Film immer noch in Bayern angesiedelt, aber den hintergründigen Witz, den viele seiner früheren Arbeiten aufweisen, opfert er zugunsten platten Klamauks. Die Geschichte selbst ist überzogen, hätte aber vielleicht noch ein gewisses Maß an Lebendigkeit aufweisen können, wenn die sie bevölkernden Figuren nicht so vollkommen klischiert wären. Die Dorfbewohner sollten angenehm skurril sein, scheinen jedoch nur Abziehbilder des Personals aus Heimatfilmen der 50er Jahre.

Gänzlich zum Erliegen kommt der Film immer dann, wenn der prüfende Priester auftritt. Er wirkt wie ein Fremdkörper – und das gleich doppelt, da Fahri Ögün Yardim auch seinen eigenen Zwillingsbruder spielt. Irritierend dürfte für so manchen Zuschauer auch sein, dass Rosenmüller seinen neuen Film streckenweise als Theaterstadl Komödienstadel aufzieht, wenn er immer wieder das Prinzip der überraschenden Besuchers zitiert, der durch die Tür hereinzuplatzen pflegt.

Wer's glaubt, wird selig ist ein auf Klamauk und derbe Zoten konzentrierter Film, der vermutlich gerade deswegen besser laufen wird als Rosenmüllers interessantere, vom Publikum jedoch weitgehend ignorierte Produktionen. Hilfreich ist sicherlich auch Christian Ulmen als «Zuagroaster», dessen Hochdeutsch aus all dem bayrischen Dialekt wie ein rostiger Nagel herausragt. Wer seine Komödien deftig mag, könnte an diesem Lustspiel Gefallen finden. Feingeister bleiben besser zuhause.

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Mein Kommentar
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3 Kommentare
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Johann Habe in den letzten Jahren kaum einen so langweiligen Film gesehen. Ulmen ist meines Erachtens als Schauspieler total überfordert.
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thomasmarkus

so als leichte sommerkommödie noch recht lustiger - unterhalötsamer gar als erwartet. könnte mir so einen (bayrischen?) papst besser vorstellen als den jetzigen; -) - leider wären eigentlich die ...
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Julie

überraschend humorvoller Film, wenn man sich auf die Geschichte mal einlässt. Wird zum Ende besser, lässt aber den guten Schluss für einige Rollen ein bisschen schnell Enden.

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