Der charismatische Piratenkapitän (Stimme: Hugh Grant) besitzt eigentlich alles, was es zum aufregenden Freibeuterdasein braucht: Gesegnet mit einem imposanten Rauschebart und unterstützt von einer loyalen Crew, schippert der namenlose Seefahrer mit Papagei Polly auf der Schulter auf seiner ansehnlichen Galeone übers Meer. Aber leider ist das Schiff langsam wie eine Schnecke, der Papagei fett und die Mannschaft nicht sonderlich helle. Keine guten Voraussetzungen, um die begehrte Trophäe für den «Besten Piraten des Jahres» zu erringen.
Dennoch will sich der Kapitän dieses Jahr seinen lang gehegten Traum erfüllen und stürzt sich mit überbordendem Enthusiasmus ins Abenteuer. Dieses sieht nicht nur vor, dass er seinen beiden Erzfeinden Black Bellamy (Jeremy Piven) und Cutlas Liz (Salma Hayke) begegnet, sondern führt ihn auch von einer exotischen Insel quer über die Weltmeere mitten ins viktorianische London. Die Begegnung mit dem jungen Forscher Darwin, der ein merkwürdiges Interesse an Polly bekundet, fällt dort weitaus erquicklicher aus als jene mit Königin Viktoria, die vor allem eines hasst: Piraten.
Aardman Studios und Sony Pictures Animations haben nach ihrem erfolgreichen Animationsfilm Arthur Christmas erneut zusammengespannt. In The Pirates! Band of Misfits besinnt sich das traditionsreiche britische Claymation-Studio jedoch wieder auf seinen handwerklichen Ursprung und kehrt nach sieben Jahren zur altbewährten Stop-Motion-Technik zurück - zeitgemäss in 3D. Basierend auf den ersten beiden Bänden von Gideon Defoes Serie Pirates!, einer witzigen Piraten-Parodie, erzählt Regisseur Peter Lord (Chicken Run) eine klassische Abenteuergeschichte in der für das Studio typischen umwerfend kreativen und detailversessenen Bildsprache.
Wie von früheren Trickfilmen des Studios gewohnt, wird auch in der rasanten Piraten-Komödie weder an schwarzem britischem Humor und skurrilen Charakteren noch an satirischen Anspielungen zur (Film-)Geschichte gespart. Dass die unkomplizierte Story weder viel Neues noch Überraschendes zu erzählen hat, ist nicht weiter schlimm, denn der fantastische und pralle Ideenreichtum, mit dem sie in Szene gesetzt wurde, ist ein 90 Minuten langer Augenschmaus - und gleichzeitige Beweis, dass Aardmans liebenswerte Knetfiguren auch in 3D eine gute Figur machen.