Der Wechsel vom Zeichentrick- zum Realfilm ist nicht immer ein ganz reibungsloser, und so ist es nicht unbedingt verwunderlich, wenn man für die ersten Schritte nach einer Art Mittelweg sucht. So ähnlich hat es zumindest Seth MacFarlane getan, der mit den Kultserien Family Guy und American Dad! einer der ganz großen im amerikanischen Animations-Business ist. Für sein Debüt als Kinoregisseur setzt er nicht nur auf Mark Wahlberg als Hauptdarsteller, sondern auch auf einen CGI-animierten Teddybären als zweiten Protagonisten. Und spricht diesen natürlich auch gleich selbst - schließlich leiht er auch schon dem dümmlichen Peter aus «Family Guy» seine Stimme.
In einer netten Rückblende sieht man in «Ted» wie - einer Sternschnuppe und eines Wunders sei Dank - der größte Wunsch des achtjährigen John in Erfüllung geht: Sein Teddy wird plötzlich lebendig. Nachdem der erste Schock überwunden ist und Ted (im Motion Capture-Verfahren dargestellt durch MacFarlane) kurzzeitig zur Berühmtheit wird, ist die ungewöhnliche Freundschaft der beiden schnell Normalität. Und das auch noch 27 Jahre später. John (Mark Wahlberg, mit viel Spaß an der Albernheit) und Ted leben zusammen, hängen gemeinsam vor der Glotze und dröhnen sich mit Bier und Drogen die Birne zu. Johns Freundin Lori (Mila Kunis, auf dem besten Wege sich auf deftige Komödien festlegen zu lassen) schaut sich das eine ganze Weile geduldig mit an. Doch als irgendwann auch das Thema Hochzeit auf den Tisch kommt, hat sie genug von Johns unreifem Verhalten und stellt ihm ein Ultimatum: Sie oder der Bär. Schweren Herzens fasst er einen Entschluss. Doch schon als Ted die erste große Party in seiner neuen Junggesellenbude schmeißt, fällt das Standhaftbleiben enorm schwer.
Dass „Ted“ im Grunde auf einem einzigen Witz basiert - ein Teddy wird lebendig und benimmt sich post-pubertär daneben wie ein zum Stofftier gewordener Adam Sandler-Verschnitt - lässt sich nicht wirklich bestreiten. Dass dieser Witz ziemlich gut ist, ebenfalls nicht. Doch das heißt nicht, dass sich damit auch wirklich ein ganzer Film bestreiten lässt. Gleiches gilt auch für all die popkulturellen Anspielungen (von SpongeBob bis Flash Gordon), prominenten Cameos und hemmungslos albernen Gags am Rande, mit denen MacFarlane sein Kinodebüt im «Family Guy»-Stil (und häufig durchaus effektiv) unterfüttert. Sobald sich der Film in der zweiten Hälfte nämlich immer mehr auf seine unterkomplexe (Liebes-)Geschichte konzentriert, zu der auch noch ein schmieriger Nebenbuhler sowie ein gestörter Bären-Entführer gehören, desto schneller geht ihm irgendwann die Luft aus.