Wuthering Heights
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Filmkritik

Sturm über dem Hochmoor

Andrea Arnolds innovative Adaption des gleichnamigen viktorianischen Roman-Klassikers von Emily Brontë. Die Leidens- und Rachegeschichte eines gesellschaftlichen Aussenseiters berührt weniger durch ihre menschliche Tragik als durch die berückende Schönheit der Inszenierung.

Yorkshire, um 1840: Aus christlicher Nächstenliebe nimmt Bauer Earnshaw (Paul Hilton) einen schwarzen Waisenjungen (Solomon Glave) auf. Der selbstbewusste Jugendliche aus den Slums von Liverpool wird auf den Namen Heatcliff getauft und soll fortan gleichberechtigt im Schosse der Earnshaw-Familie auf deren abgelegenen Hof aufwachsen. Während Heatcliff von seinem Adoptivbruder Hindley (Lee Shaw) gehasst wird, entwickelt er zu dessen eigenwilliger Schwester Cathy (Shannon Beer) eine innige Beziehung. Als Vater Earnshaw stirbt, übernimmt Hindley den Hof und zwingt Heatcliff zur Sklavenarbeit. Misshandelt und gedemütigt, erfährt dieser, dass Cathy ihn zwar liebe, aus Gründen der Vernunft jedoch auf eine Heirat mit dem wohlhabenden Nachbar eingewilligt hat. Ohne ein Wort verlässt Heatcliff den Hof, um Jahre später als reicher und gutaussehender Mann ( James Howson) zurückzukehren. Nicht nur will er sich an seinen früheren Peinigern rächen, sondern auch seine Jugendliebe Cathy (Kaya Scodelario) zurückgewinnen. Er beginnt, obsessiv und vor den Augen ihres Ehemannes, um sie zu werben.

Der einzige Roman von Emily Brontë wurde aufgrund seiner sperrigen und abstossenden Figuren, der komplexen Erzählstrukur und schwülstigen Sprache von den Lesern des 19. Jahrhunderts abgelehnt. Heute zählt das Drama zu einem Meisterwerk der viktorianischen Literatur und wurde seit den 1920ern immer wieder neu verfilmt. Die englische Regisseurin Andrea Arnold, bekannt für ihre sozialkritische Dramen (Fish Tank), wagt nun eine erfrischend innovative Interpretation der literarischen Vorlage.

Indem sie die verschachtelte Handlung radikal auf einen Erzählstrang reduziert und die Dialoge an die Gegenwartssprache anpasst, wirkt das Drama zugänglicher und auch eindringlicher als seine Romanvorlage. Seine moderne Unmittelbarkeit verdankt der Film vor allem aber der unsteten, pseudo-dokumentarischen Kamera, die den beiden jungen Hauptfiguren folgt – sei es auf deren wortlosen Streifzügen durch die unwirkliche Schönheit des nordenglischen Hochmoores oder in die dunkle Enge des ärmlichen Bauernhauses. Allgemein ist die visuelle Sinnlichkeit in Arnolds Verfilmung berückend. Immer wieder beschwört sie in kraftvollen Bildern die Schönheit der Natur: die raue Landschaft, der gewaltige Himmel darüber, die Tiere, die darin leben. Untermalt werden diese Aufnahmen von einem ungefiltert wirkenden Ton, der oft nur aus dem tosende Brausen des Windes und lautem Plätschern des Wassers besteht. Das alles ist wunderschön anzusehen und beinahe bewegender, als jenes Drama von Heatcliff und seiner destruktiven Liebe zu Cathy.

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4 Kommentare
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Gini Ich kann langatmige Szenen normalerweise gut aushalten, aber hier bin ich 7000 Tode gestorben... Wenn man zum x-sten Mal den gleichen Baum im Winde sich krümmen sieht, dann ist das für mich einfach ...
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Patricia

Tja, schwierig, schwierig und sehr schwere Kost. Kameraführung mit diesen vielen wackeligen und unscharfen Bildern hat aber nicht noch geholfen. Hat mich nicht überzeugt.
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Kicko

Die Hauptpersonen und der Verlauf ihrer Beziehung sind eindrücklich geschildert, ohne kitschigen Pathos. Schöne Naturbilder. Der Film hatte für mich aber Längen, bzw. er kam für meinen Geschmack trotz...
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that_figurine

Bester Film seit langem. Gewaltig, ohne mit der Pathos-Kelle zu rühren.

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