I Don't Know How She Does It - Filmkritik
| Aka Titel: | Der ganz normale Wahnsinn |
| Land (Jahr): | USA (2011) |
| Genre: | Comedy |
| Filmlänge: | 95min |
| Regie: | Douglas McGrath |
| Kinostart: | 13.10.2011 |
| 21.09.2011 (Romandie) | |
| 23.09.2011 (Tessin) |
Mama, die Investment-Bankerin
Man nehme einen populären Roman, hole die Autorin von The Devil Wears Prada, garniere den Film mit Stars wie Sarah Jessica Parker und Pierce Brosnan - und fertig ist der Goldesel. Die Rechnung könnte so einfach sein, doch manchmal geht sie eben doch nicht auf.
Kate Reddy (Sarah Jessica Parker) ist nicht nur liebevolle Ehefrau und Mutter zweier Kinder, sondern auch noch in ihrem Beruf als Managerin einer Fondsgesellschaft aussergewöhnlich erfolgreich. Das Problem ist jedoch, Familie und Beruf unter einem Hut zu bringen, denn dafür hat der Tag bei weitem nicht genug Stunden. Als sie dann noch ein grosses Projekt übertragen bekommt, pausenlos nach New York muss und ihr Mitarbeiter Jack (Pierce Brosnan) ein Auge auf sie wirft, ist das Chaos perfekt.
I Don't Know How She Does It erzählt eine altbekannte Geschichte, gibt sich aber so, als wäre der Film erster Vorreiter einer Bewegung, die Missstände aufdecken will. Damit einher gehen Plattitüden, die etwa so viel Aussagekraft haben wie gängige Bauernweisheiten. So möchte sich der Film eigentlich frisch und originell geben, fühlt sich aber schal und altbekannt an. Daran ändert auch der Kniff nichts, einige Figuren in Form von Fake-Interviews direkt zum Zuschauer sprechen zu lassen. Wenn diese Sequenzen irgendwas bewirken, dann nur, dass sie die Geschichte immer unangenehm zum Erliegen bringen.
Der Film hat mannigfaltige Probleme. Inhaltlich lässt er die Wirklichkeit zu sehr aussen vor. Sarah Jessica Parkers Figur ist Managerin eines Hedgefonds. Das mag im Jahr 2002, als der Roman veröffentlicht wurde, noch unproblematisch gewesen sein, in der heutigen Zeit ergeben sich dadurch aber Fragen, die niemals beantwortet werden. Tatsächlich werden sie nicht mal gestellt, während der Film verzweifelt versucht, den in diesem Milieu agierenden Figuren einen Hauch von Arbeiterklasse zu verleihen. Das wohl grösste Problem des Films ist aber die Hauptdarstellerin, deren Manierismen nicht länger süss und charmant, sondern nur noch aufdringlich und berechnend sind.
Generell wirkt «I Don't Know How She Does It» wie eine Fernsehsendung. Das mag zum Teil Parkers Voiceover geschuldet sein, das an Sex and the City erinnert, liegt aber auch daran, dass keiner der Mimen echtes Leinwand-Charisma besitzt – mit Ausnahme von Pierce Brosnan. Die meisten Nebenfiguren sind extrem unterentwickelt, haben aber noch die besten Momente im Film. Besonders gilt dies für Christina Hendricks als alleinerziehende Karrierefrau und Olivia Munn als Arbeitstier mit Kindphobie. Dass letzteres sich alsbald ändert, ist natürlich keine Überraschung, sondern nur eines von vielen Klischees, die diesen Film so ermüdend machen. [Peter Osteried]
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